Das mit dem Datenschutz ist so eine Sache. Seit Jahren müssen wir nervige Cookie-Einstellungen vornehmen oder diese vorbehaltlos akzeptieren. Auch hält man uns immer wieder Formulare zum unterschreiben unter die Nase, damit Firmen ihrer Arbeit nachgehen dürfen. Ja es ist nervig, soll uns aber vor Datenmissbrauch schützen. Somit macht das durchaus Sinn. Man muss aber auch selbst etwas beitragen.

Wer darauf achtet, möglichst wenige seiner Daten selbst im Internet zu veröffentlichen und nur bei Firmen einkauft die Vertrauenswürdig sind (bei welcher Firma kann man das eigentlich zu 100% beschwören?), kann dennoch in die Falle tappen. Zum Beispiel wenn man online Essen bestellt.

Name, Adresse, Telefonnummer und noch viel mehr

Corona und der damit verbundene Lockdown haben Lieferdiensten einen gewaltigen Aufschwung beschert. Gasthäuser haben geschlossen, das Bestellen im Internet ist noch dazu recht bequem und kinderleicht. Allerdings sollte man nicht nur darauf achten, auf welchem Portal man bestellt. Auch an wen die Daten weitergeleitet werden, in diesem Fall also das Restaurant, und wie dort mit den persönlichen Daten umgegangen wird, ist wichtig. Leider hat man darauf keinen Einfluss, muss sich also blind auf korrektes Verhalten verlassen.

Liebe Bestellerin aus Pregarten, Sie haben am 14.01.2021 ja ganz schön bestellt. Gleich 3 Vorspeisen, 3 Desserts und mehrere Hauptspeisen. Beinahe 100 Euro haben sie ausgegeben und das ganze online bezahlt.

Frau D. aus Gallneukirchen, Sie mögen wohl Knoblauchsoße genau so gerne wie wir. Auch Sie haben online bezahlt und Sie wohnen im Erdgeschoss.

Wir wissen aber noch viel mehr! Manche Kunden hinterlassen bei der Bestellung eine genau Wegbeschreibung, wünschen einen Anruf vor der Zustellung oder bestehen auf kontaktlose Lieferung. Naja, weltbewegende Daten sind da noch keine dabei. Aber wir sind ja auch noch nicht fertig!
Der Name des Kunden, die genaue Adresse, Türnummer, Telefonnummer, welche Speisen bestellt wurden und den Zahlbetrag kennen wir. Dazu Datum und Uhrzeit. Und wir mussten uns noch nicht einmal bemühen um an diese Daten zu gelangen.

Wie können wir das wissen?

Hab wir einem Lieferanten hinterher spioniert? Oder gar das Computersystem eines Restaurants angezapft? Ähhhm nein!

Des Rätsels Lösung ist so einfach wie erschreckend. Ein Restaurantmitarbeiter, so nehmen wir zumindest an, hat jede Menge Bestellbons einfach öffentlich entsorgt.

Foto: MSK News

Anmerkung

Um einen Missbrauch der Daten zu verhindern, haben wir die aufgefundenen Bons ordnungsgemäß vernichtet. Des weiteren haben wir sowohl Lieferando als auch das betreffende Restaurant kontaktiert und auf die Datenschutzverletzung hingewiesen, sowie das Restaurant um einen sorgsameren Umgang mit Kundendaten gebeten.

Lieferando reagierte sehr schnell und kontaktierte uns telefonisch. Das Telefonat war sehr freundlich

Kurz darauf kam auch noch eine Email in der man uns versicherte, man hätte den Partner ,,deutlich hingewiesen, dass die Beseitigung der Belege in der Öffentlichkeit gegen die Datenschutzrichtlinien verstößt und bei einer Wiederholung dieser Aktion eine Maßnahme erfolgen wird.“

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