Man hat es mal wieder gut gemeint und unser Steuergeld für etwas rausgeschmissen, oh Verzeihung wir meinten natürlich investiert, dass richtig gut werden sollte. Ja sogar eine Alternative zu Amazon hätte „Kaufhaus Österreich“ sein sollen. Klingt nach einem sehr hoch gesteckten Ziel, aber immerhin hat dieser Versuch bisher schon über 600.000 Euro gekostet! Mit so viel Geld sollte schon einiges machbar sein.

Doch kaum war das Händlerverzeichnis fertig, musste es auch schon ordentlich Kritik einstecken. Schlecht umgesetzt, quasi nutzlos, zu bunt und unübersichtlich soll die Seite sein. Das wollten wir genauer wissen und haben es selber getestet.

Verwirrung

Schon der Slogan auf der Startseite ist irreführend. „Ich kauf‘ regional – das geht auch digital!“ klingt danach als hätte man es mit einem Onlineshop zu tun. Na dann schauen wir doch gleich mal wo wir die neue DJI Pocket 2 kaufen können. Die Kamera ist seit einigen Wochen auf dem Markt.

Screenshot: www.kaufhaus-oesterreich.at

Doch halt, die Suche – übrigens erst weiter unten auf der Seite platziert und nur durch scrollen zu finden – ist gar keine Produktsuche sondern eine Shopsuche. Wir versuchen es dennoch mit unserem Produkt und finden 2 Shops. Einen für ,,Liebevoll genähte Täschchen – handmade- in Klosterneuburg.“ und „Djinius“ wobei es sich um ,,eine alkoholfreie Alternative zu Gin“ handeln soll. Na das hat ja schon mal richtig gut geklappt.

Andere Suchbegriffe brachten ähnlich unnütze Ergebnisse. Also haben wir unser Suchsystem geändert und sind direkt in die Kategorie „Elektro, Elektronik, Foto und Musik“ gewechselt. Aber auch dort gibt es keine Produktsuche.

Wer doch Glück hat und auf Kaufhaus Österreich einen Treffer erzielt, z.B. mit dem Suchbegriff „Waschmaschine“, wird oftmals auf eine lieblose unübersichtliche Unterseite geleitet die wiederum nur einen Link zu einem Webshop enthält.

Screenshot: www.kaufhaus-oesterreich.at

Ein kleiner Tipp an die Macher der Seite: Wenn Kunden auf Amazon und anderen Onlineshops einkaufen, dann suchen sie ein Produkt und keinen Verkäufer. Das hätte man eigentlich wissen können, nein müssen! Oder betreibt gar ein unwissender Neuling das Kaufhaus Österreich?

Na gut, noch ein Tipp: Eine Linksammlung von Händlern gibt es bereits. Man nennt sie Suchmaschine.

Wer steckt dahinter?

Nein, kein blutiger Anfänger steckt hinter Kaufhaus Österreich. Das Impressum zeigt zwei nicht ganz so unbekannte…

Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Wenn das nicht peinlich ist?!

Fazit

Aktuell ist Kaufhaus Österreich nicht mehr als eine Linksammlung österreichischer Händler. Einen besonderen Nutzen können wir darin nicht entdecken. Wer einen bestimmten Händler sucht, gibt den Namen in eine Suchmaschine ein. Wer ein bestimmtes Produkt sucht, benutzt seinen bevorzugten Onlineshop.

Was an Kaufhaus Österreich nun den Gegenwert von mehr als 600.000 Euro widerspiegeln soll erschließt sich uns nicht! Dafür müsste man schon z.B. mit einer einzigen Registrierung bei allen eingetragenen Unternehmen online einkaufen können. Allerdings wollen wir uns gar nicht ausmalen was das gekostet hätte, wenn der aktuelle traurige Versuch schon so teuer war.

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