Willhaben ist laut eigener Beschreibung „Der größte Marktplatz Österreichs“.
Sowohl private als auch gewerbliche Anbieter können über die Plattform alles mögliche verkaufen, egal ob neu oder gebraucht.

Wir wollten wissen, wie gut das in der Praxis funktioniert. Für unseren Test haben wir unterschiedliche Dinge ver- und gekauft. Das Ergebnis hat uns selbst überrascht!

Überblick

Willhaben kann sowohl über die Webseite als auch über eine eigene App benutzt werden.
Wer möchte, kann auch ohne Account durch die Anzeigen stöbern. Um Kontakt mit Verkäufern aufzunehmen oder selbst etwas zu verkaufen, benötigt man jedoch natürlich einen eigenen Account.
Ein Benutzerkonto ist schnell und kostenlos angelegt. Innerhalb weniger Minuten und recht unkompliziert ist alles erledigt. Soweit so gut!

Screenshot: Willhaben / MSK News

Die Webseite ist übersichtlich gestaltet, man findet sich schon nach kurzer Zeit zurecht. Über das Menü wählt man eine der 4 Überkategorien aus, dann kann die Suche auch schon beginnen.

Kaufen

Man sieht etwas das einem gefällt, schreibt oder ruft den Verkäufer an und vereinbart die Abholung. Teilweise wird auch der Versand angeboten. Alles recht einfach, theoretisch zumindest! In unserem Test war es dann doch nicht so einfach…

Einige Verkäufer reagierten erst gar nicht auf unsere Nachricht. Angegebene Telefonnummern existierten teils nicht. Teilweise waren die Artikel auch bereits verkauft aber aus Faulheit nicht von der Plattform genommen worden. Dafür ist natürlich der einzelne Anbieter verantwortlich, Willhaben kann man hier keine Schuld geben. Ärgerlich ist es dennoch!

Am Ende waren es noch 2 Artikel die wir abholen konnten. Einer davon war in Ordnung, den anderen haben wir nicht bekommen, weil er zwischenzeitlich „an einen Nachbarn“ verkauft wurde. 30km umsonst gefahren… Gespräche in unserem privaten Umfeld haben leider ähnlich schlechte Erfahrungen zu Tage gebracht.

Verkaufen

Auch nicht viel besser lief der Verkauf unserer eigenen Artikel. Die meisten Nachrichten waren sinnfrei bzw. Spam. Ständig wurden wir bei Produkten, bei denen wir ausdrücklich vermerkt hatten, dass ein Versand nicht möglich ist, gefragt, ob wir auch versenden würden. Viele wollten nur den Preis drücken, meistens wenig charmant… Nachrichten wie „ich zahle 50“ bei einem Lego-Set um 100 Euro (Neupreis 250 Euro), ohne jegliche Anrede waren eher die Regel als die Ausnahme.

Einige „Käufer“ vereinbarten Abholtermine, erschienen aber nicht und meldeten sich auch nicht mehr. Das ist besonders ärgerlich, wenn man anderen Interessenten abgesagt hat und extra deswegen zu Hause bleibt.

Nur 1 Artikel wurde tatsächlich schnell und problemlos verkauft. Der Käufer war freundlich und überwies den Kaufbetrag samt Porto zügig.

Probleme und Datensicherheit

Es gibt kein Bewertungssystem für Käufer/Verkäufer. Man hat also keinen Richtwert und kann nur hoffen, auf seriöse Nutzer zu treffen. Willhaben selbst schreibt auf seiner Hilfeseite, man wäre in den Kauf nicht eingebunden und hätte somit keine Option „objektive Bewertungen zur Verfügung zu stellen“.
Das ist zwar praktisch für Willhaben, man spart sich damit viel Arbeit, als Kunde füllt man sich dadurch allerdings ziemlich alleine gelassen. Und dann gab es da noch ein Problem…

Keine 2 Wochen nach der Accounterstellung mit einer Telefonnummer die wir nur für diesen Zweck nutzten, erhielten wir Spam-SMS.
Im November 2019 wurde bekannt, dass Willhaben gehackt wurde. Es erscheint zumindest wahrscheinlich, dass auch wir von dem Datenleck betroffen sind.

Fazit

Ob man seine eigenen Sachen los wird ist reine Glückssache. Ebenso ob man ein Schnäppchen ergattern kann oder sich sinnlos herumärgern muss. Hilfe von Willhaben darf man sich jedenfalls nicht erwarten, der Handel läuft immer ausschließlich zwischen den Benutzern. Willhaben bietet lediglich die Plattform dazu an.

Mit etwas Glück und Geduld kommt es doch häufig zu einem Handel mit dem beide Seiten zufrieden sind.
Vor allem aber für die Suche nach Immobilien können wir Willhaben sehr empfehlen!

Von Vorabüberweisungen für Artikel die man nicht selbst ansehen konnte, an Personen die man nicht kennt, raten wir dringend ab. Im Zweifel ist das Geld weg und vom Verkäufer hört man nie wieder etwas.
Auch dem Gegenüber die genaue eigene Adresse zu nennen ist eher keine gute Idee. Besser ist es, einen öffentlichen Ort als Treffpunkt zu vereinbaren.

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