Zeitgleich forschten verschiedene Pharmafirmen an diversen Impfstoffen. Dann, im Jänner 2021, war es endlich soweit. Der Impfstoff von AstraZeneca erhielt eine bedingte EU-Zulassung.
Die Impfung gegen Covid-19 galt als große Chance, die weltweite Pandemie zu stoppen. Ein normales Leben sollte wieder möglich werden, entsprechend groß war das Interesse in der Bevölkerung, eine AstraZeneca-Impfung zu erhalten.

Keine zwei Monate später, sieht die Welt schon wieder anders aus. Weitere Pharmakonzerne haben Impfstoffe auf den Markt gebracht. Es wird auch schon weltweit, mehr oder weniger rasch, mit verschiedenen Präparaten geimpft. Das wäre eigentlich eine sehr gute Nachricht, doch gerade AstraZeneca kann davon immer weniger profitieren, man könnte beinahe sagen, es liegt wie Blei in den Regalen.

Warteten vor wenigen Tagen noch viele Menschen ungeduldig auf die Immunisierung, gibt es nun beinahe stündlich negative Meldungen zum AZ-Präparat. Die Folge sind Verunsicherung und Ablehnung. Menschen die vor kurzem noch lautstark nach einem Impftermin verlangten, verweigern nun die Spritze.

Dabei war der Start schon holprig genug. Unklare Wirksamkeit, schwieriger Transport und diverse andere kleine und große Startschwierigkeiten prägten die Nachrichtenmeldungen.

Länder stoppen Impfungen

Es begann mit vereinzelten Meldungen über Nebenwirkungen. Einige kurz zuvor geimpfte Personen fielen über Tage hinweg aus. Müdigkeit, Schüttelfrost, Fieber, Gliederschmerzen und einiges mehr soll die Impfung verursacht haben. Dann gab es erste Nachrichten über so schwere Reaktionen, dass vereinzelt Personen im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Aufregung kam auf, als Todesfälle in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung vermeldet wurden. Vormals gesunde Menschen ohne bekannte Vorerkrankungen, verstarben wenige Tage nach der Impfung. Ein Zusammenhang wurde als unwahrscheinlich bezeichnet, doch die Skepsis wuchs Tag für Tag. Erst recht, als die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) von möglichen schweren allergischen Reaktionen auf die AstraZeneca Impfung warnte.

Dann ging es recht schnell. Bulgarien, Dänemark, Irland, Island, Norwegen, Thailand setzten die Impfungen aus. Auch Deutschland, Italien und Frankreich verzichten aktuell auf diesen Impfstoff. Und die Liste der Länder dürfte noch länger werden, in Italien ermittelt nach dem Tod eines Lehrers auch die Justiz.

Als Grund für den Impfstopp werden mögliche schwere Nebenwirkungen wie Blutgerinnungsstörungen (Blutgerinnsel) genannt. Einen bewiesenen Zusammenhang von Gerinnungsstörungen mit dem AZ Vakzin gibt es bisher jedoch nicht.

Österreich setzt die Impfungen mit dem AZ Vakzin unterdessen fort. Allerdings mehren sich in den sozialen Medien die Stimmen derer, die sich nicht mit diesem Präparat impfen lassen wollen. Auch wird vermehrt darüber berichtet, dass Personen ihren Impftermin aus Angst vor Nebenwirkungen nicht wahrnehmen bzw. absagen.

Was wir tatsächlich wissen

Bei aller gebotenen Vorsicht, man sollte schon realistisch bleiben. Nicht immer ist die Impfung schuld, Tragische Zufälle passieren nun mal, ganz unabhängig von Impfungen.
Ein kleines Beispiel: Wie viele Personen sind wohl schon verstorben, nachdem sie an diesem Tag einen Apfel gegessen hatten. Dennoch käme trotz zeitlichem Zusammenhang wohl kaum jemand auf die Idee, vor Äpfel zu warnen.

Tatsächlich wissen wir aktuell nicht, wie gefährlich die Impfung ist. Das gilt natürlich auch für die Impfstoffe der anderen Hersteller. Die Welt wollte rasche Erfolge sehen um zur Normalität zurückkehren zu können. Ein Impfstoff der nach wenigen Monaten Entwicklung auf den Markt gebracht wird, kann selbstverständlich keine Langzeitstudien vorweisen. Ein Restrisiko bleibt somit bestehen!

Bekannt ist bisher nur, dass es relativ häufig zu Nebenwirkungen kommt. Diese halten zumeist “nur“ 1-2 Tage an und sind nicht sonderlich schwer. Aus Berichten von geimpften Personen wissen wir jedoch, dass häufig nur sehr oberflächlich oder gar nicht über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt wird.

Die in sozialen Medien so oft bemühten Vergleiche mit bekannten Nebenwirkungen von z.B. Aspirin oder sogar Zucker, hinken gewaltig. Immerhin wird offen über eine Impfpflicht, zumindest für bestimmte Berufsgruppen, diskutiert. Auch sind mir keine Fälle bekannt, in denen Zucker oder Aspirin nach einmaliger Einnahme durch gesunde Menschen, zum Tod geführt hat. Eine sachlichere Diskussion wäre wirklich wünschenswert!

Viele offene Fragen

Wichtig ist nun, alle bekannten Fälle zu untersuchen und möglichst rasch abzuklären, ob es einen Zusammenhang mit dem AZ Impfstoff gibt. Nur so kann man Impfwillige offen und ehrlich über Risiken informieren

Generell muss man leider festhalten, dass wir viel zu wenige Fakten haben. Das gilt nicht nur für das AstraZeneca Vakzin!
Noch immer ist z.B. unklar, wie wirksam die Immunisierungen tatsächlich sind. Die Zahlen bewegen sich irgendwo bei 60 bis 95 Prozent. Oder anders gesagt, von 10 geimpften Personen erkranken trotz Impfung bis zu 4 Personen dennoch.

Fällt die Erkrankung dann zumindest schwächer aus als ohne Impfung? Man geht davon aus, weiß es aber nicht genau. Es fehlen ausreichend Daten. Das gilt auch für die Wirksamkeit bei Mutationen und die Dauer der Wirkung.
Weiterhin gilt also: Daten sammeln, offen Informieren und keinen Zwang ausüben. Wobei ich bei den letzten zwei Punkten gewisse Zweifel habe…

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