Nicht jeder Sturm erreicht gleich Orkanstärke so wie 2007 „Kyrill“ oder im Februar 2020, dass Sturmtief „Sabine“. Doch Schäden durch starke Windböen gibt es Jahr für Jahr in großer Zahl.

Doch wer zahlt eigentlich, wenn ein Baum aufs Auto fällt, oder die Gartenmöbel des Nachbarn, das Haus beschädigen?

Fahrzeuge

Egal ob Motorrad oder PKW, eine Haftpflichtversicherung zahlt nur für Schäden, die man an fremdem Eigentum anrichtet. So z.B. bei einem Unfall. Schäden am eigenen Fahrzeug sind nicht gedeckt.

Hier ist eine Teil- oder Vollkaskoversicherung die richtige Wahl. Egal ob Unwetter, Vandalismus oder Diebstahl, die Kaskoversicherung zahlt (fast) immer. Jedoch muss man auf das Kleingedruckte achten. Bei unserer Versicherung ist z.B. die Glasreparatur gratis, alle anderen Schäden haben jedoch einen Selbstbehalt von 500 Euro. Würde uns also jemand den Außenspiegel beschädigen, können wir den gleich selber zahlen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, das Fahrzeug möglichst sicher zu parken. Also weder in Hochwasserzonen, noch unter morschen Bäumen.

Gebäude

Eine Gebäudeversicherung kann man als absolutes Muss ansehen, will man bei Sturmschäden nicht auf dem Schaden sitzen bleiben. Jedoch kommt es auch hier auf die Vertragsdetails an. So kann es z.B. einen großen Unterschied machen, ob man gegen Schäden durch Erdrutsch oder Muren versichert ist. Am besten wäre übrigens beides! Im Zweifel sollte man sich nicht mit mündlichen Antworten zufrieden geben, im Streitfall hat man ansonsten schlechte Karten.

Höhere Gewalt

Verursacher haften für Schäden nicht, wenn diese durch höhere Gewalt verursacht wurden. Im Zweifel muss man sich auf langwierige (und teure) Gerichtsverfahren einstellen. Fallen lose Ziegel vom Hausdach und beschädigen fremdes Eigentum, ist der Hauseigentümer nicht unbedingt für den Schaden haftbar. 2 Beispiele:

Wird der morsche Baum im Garten nicht entfernt, oder das defekte Ziegeldach nicht repariert, obwohl der Schaden bekannt ist, muss der Hauseigentümer für dadurch eventuell entstehende Schäden geradestehen.

War eine Gefährdung jedoch nicht vorhersehbar bzw. unabwendbar, besteht keine Haftung. Für den Geschädigten bedeutet das nichts anderes, als das er auf dem Schaden sitzen bleibt und allfällige Reparaturen selbst bezahlen muss. Auch Schmerzensgeld für erlittene Verletzungen gibt es dann nicht.