Seit 1. Jänner 2019 müssen nun also alle inländischen SIM-Karten registriert werden. Ansonsten ist ein Aufladen mit Guthaben ab 01.09.2019 nicht mehr möglich. Betroffen sind hiervon alle Prepaid-Karten, die bisher anonym gekauft und benutzt werden konnten.

Dienen soll das – mal wieder – unser Sicherheit. Wie so oft bei sinnlosen oder halbherzigen Gesetzen in den letzten Jahren. Viel Sinn hat auch dieses Gesetz natürlich nicht, denn es lässt sich problemlos umgehen. Es sorgt nur dafür, dass ehrliche Nutzer noch einfach ausgespäht und überwacht werden können. Und das lässt sich leicht belegen.

Egal wo man die Karte kauft, es werden Name und Geburtsdatum vermerkt. Zur Überprüfung der Daten dient ein Lichtbildausweis.

Die Probleme

  • Ein beliebiger Mitarbeiter in Supermarkt, Tankstelle oder Handyshop, bekommt also Zugang zu unseren persönlichen Daten.
  • Dieser Mitarbeiter sollte auch gefälschte Ausweise erkennen können!
  • Bei Onlineregistrierung muss z.B. bei HOT ein Selfie mit dem Ausweis hochgeladen werden. Oder man gibt seine Bankdaten bekannt. Wer garantiert den korrekten Umgang mit diesen Daten?
  • Fraglich ist auch, wer zukünftig Zugang du den gesammelten Daten bekommen soll.
  • Was, wenn ich so eine SIM-Karte auf meinen Namen registriere und dann weiter verkaufe oder mir das Gerät gestohlen wird?
  • Im Ausland (z.B. Tschechien ) sind weiterhin SIM-Karten problemlos ohne Registrierung erhältlich. Diese funktionieren auch in Österreich.
  • Es wird mit Kosten in Millionenhöhe gerechnet, diese übernimmt der Staat. Heißt nichts anderes, als das wir alle, über unsere Steuern, dieses Pfusch-Gesetz zu bezahlen haben. Egal ob wir so eine SIM-Karte benutzen oder nicht.
  • Selbst Mobilfunk-Betreiber wie Hofer Telekom (HOT) halten die Registrierpflicht für sinnlos!

Praxis

Vor einiger Zeit durften wir einer solchen Registrierung in einem Hofer Markt in Oberösterreich beiwohnen. Ein Mitarbeiter wurde zu Kasse gerufen, der fragte (neben andern Kunden! Datenschutz?) nach Name, Geburtsdatum und Handynummer. Den Ausweis hatte er ca. 5 Sekunden in der Hand, das reichte wohl für eine ordentliche Überprüfung.

Wir warten gespannt, ob jemals Zahlen veröffentlicht werden, die den Sinn dieses Gesetzes belegen!

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