Als ob wir alle nicht schon genug Sorgen hätten, erreichen uns laufend neue Meldungen zu dem britischen Pharmakonzern AstraZeneca. Wann wird geliefert, wie viel kann überhaupt geliefert werden und wie wirksam ist der Impfstoff?
Die wichtigste Frage lautet aber: Welchen Meldungen kann man überhaupt noch Vertrauen schenken?

Wirksamkeit unklar

Gegenüber anderen Impfstoffen hat der von AstraZeneca zwei wichtige Vorteile. Er ist sowohl günstiger in der Herstellung, als auch einfacher zu lagern. Allerdings soll er nur zu 70 Prozent wirksam sein. Die Präparate der Konkurrenz versprechen hingegen etwa 95 Prozent.
Allerdings ist auch der Wert von 70 Prozent nicht unumstritten, denn während der Studie wurden mehrfach Änderungen vorgenommen.

Nach den jüngsten Meldungen, dass Vakzin hätte bei Personen über 65 Jahren eine Wirksamkeit von nur 8 Prozent, gingen die Wogen hoch. Gerade diese Personengruppe gilt als am gefährdetsten, der Impfstoff wäre für sie praktisch nutzlos.
Bereits kurz danach kam vom britischen Pharmakonzern heftiger Widerspruch. Die Berichte wären ,,komplett falsch“. Auch die deutsche Bundesregierung hat die Berichte in der Zwischenzeit zurückgewiesen.

Produktionsprobleme oder Absicht

Die EU-Zulassung des Impfstoffs wird für 30. Jänner 2021 erwartet. Bestellt wurden bisher 400 Millionen Dosen. Allerdings meldete der Hersteller zwischenzeitlich Probleme bei der Herstellung, weshalb im ersten Quartal 2021 nur etwa 60 Prozent der vereinbarten Menge geliefert werden soll.

Laut “N-TV“ soll AstraZeneca in den nächsten Wochen ,,statt der vereinbarten 80 Millionen Impfdosen nur gut 30 Millionen in die EU liefern“. Als Grund dafür werden Probleme in der Lieferkette angegeben.
Allerdings wird dies von vielen Kritikern als Ausrede betrachtet. Sie vermuten, dass der Hersteller vielmehr andere Abnehmer bevorzugt.
Der Verdacht wird von der Tatsache genährt, dass Länder wie z.B. Großbritannien einen Teils deutlich höheren Preis für den Impfstoff zahlen als die EU. Da AstraZeneca von der Europäischen Union mehrere Hundert Millionen Euro erhielt, womit die Entwicklung des Impfstoffs finanziert werden sollte, sprechen einige Politiker bereits von einem Vertrauens- und Vertragsbruch.

So oder so, die Impfung wurde und wird uns als die beste Waffe gegen das Virus angepriesen. Es scheitert halt an Verfügbarkeit, Logistik und Planung!

Nachtrag – 27.01.2021

Das Verwirrspiel geht weiter! Laut AstraZeneca-Chef Pascal Soriot sei die EU selbst an den Lieferverzögerungen schuld. So hätte man den Vertrag mit Großbritannien 3 Monate früher abgeschlossen, daher habe man auch 3 Monate mehr Zeit gehabt um Probleme zu beheben.

Des weiteren sagte er, sein Unternehmen wäre nicht vertraglich verpflichtet, eine bestimmte Menge Impfstoff zu liefern. Da es zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Informationen dazu gibt, lässt sich diese Aussage schwer einordnen.

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