Was für viele noch nach Science Fiction klingt, ist längst Realität. Die Position einer Person, eines Tieres oder Fahrzeuges bis auf wenige Meter genau zu bestimmen, ist dank GPS und Smartphones weder kompliziert noch teuer.

Sogenannte GPS-Tracker sind nicht neu, die meisten System hatten unserer Meinung nach jedoch gravierende Nachteile. Darum haben wir nach einer Software gesucht die unsere Anforderungen erfüllt. Und die haben wir mit „Traccar“ gefunden.

Funktionsprinzip

Das Funktionsprinzip ist schnell erklärt. Der GPS Empfänger in Handys, Tablets usw. ermittelt über Satelliten im Weltall seine genaue Position. Je nach Gerät und Empfangsstärke, ist die angezeigte Position bis auf 3 Meter genau. Außerdem bekommt man oft weitere Informationen wie z.B. die aktuelle Höhe.

Normalerweise dient das im privaten Bereich zur Navigation oder Aufzeichnung von Trainingseinheiten, doch es gibt natürlich noch weitere Anwendungsmöglichkeiten. Denn die Positionsdaten können per SMS, Email oder Internetverbindung weitergeleitet werden.

Anwendungen

Gestohlene Fahrzeuge können aufgespürt und die eigene Fahrzeugflotte überwacht werden. Demente Personen können gefunden werden, falls sie sich verlaufen haben. Entlaufene Haustiere lassen sich wieder finden und es gibt viele weitere Anwendungen.

Wir selbst setzen das GPS-Tracking für unsere Fahrzeuge ein. So wissen wir immer, wo sich jedes Fahrzeug aufhält und wo im Notfall Hilfe benötigt wird.

Traccar

Unsere Anforderungen waren recht eindeutig. Eine leistbare Software die auf dem eigenen Gerät läuft und keine Daten an irgend welche Firmen sendet. Außerdem wollten wir keine teure Spezialhardware kaufen müssen und den Zeitintervall der Meldungen selber festlegen.

Das alles haben wir nach langer Suche in der Software „Traccar“ gefunden. Sie ist kostenlos und Open Source! Damit lässt sich (fast) jedes Android/iOS-Handy in einen GPS-Tracker verwandeln.

Der „Server“ also die Software, die dafür sorgt, dass man sieht, wo sich jemand aufhält, läuft bei uns am eigenen NAS. Es gibt aber auch ein Programm für Windows PCs.

Download: https://www.traccar.org/ – Screenshot: MSK News

Dazu benötigt man noch die „Client-Software“. Diese wird auf den Handys installiert. Danach muss man nur noch GPS aktivieren und die App am Handy starten. Schon ist der Standort des Geräts auf der Karte zu sehen.

Alternativ arbeitet Traccar auch mit vielen GPS-Empfängern zusammen. Eine Liste finden Sie auf der Webseite.

Andere Software

Traccar ist bei weitem nicht die einzige Tracking-Software. Zumeist hat man jedoch weniger Einstellungsmöglichkeiten und vor allem, keine Informationen darüber, ob bzw. wie die übertragenen Daten eventuell verwendet werden. Je nach Anbieter und App können auch monatliche Kosten anfallen!

Wer auf geringe Kosten und maximale Sicherheit wert legt, sollte zu Open Source Software greifen. Hier ist der Programmcode offen einsehbar.

Praxistipps

Bei uns ist Traccar seit vielen Monaten im Einsatz. Unsere Erfahrungen mit der Software sind sehr positiv, es gibt allerdings einiges zu beachten.

  • Bei aktiviertem GPS und da die App regelmäßig Daten schickt, steigt der Stromverbrauch des Handys um bis zu 30%. Der Datenverbrauch ist jedoch recht gering. Eine für uns gute Lösung ist die Standortmeldung 1 Mal pro Minute.
  • Die Genauigkeit der Standortangabe ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Innerhalb von Gebäuden ist der GPS Empfang oftmals stark eingeschränkt. In Tiefgaragen, Tunnel usw. funktioniert das GPS gar nicht!

Rechtslage

Der Einsatz von GPS-Trackern ist in Österreich und Deutschland legal, wenn die überwachte Person darüber informiert und damit einverstanden ist. Sie muss auch darüber informiert werden, wenn von ihr benutzte Gegenstände oder (Dienst-)Fahrzeuge damit überwacht werden.