Produkte, Hotels, Händler und vieles mehr kann man online bewerten. Schlechte Bewertungen, gerechtfertigt oder nicht, können einem Unternehmen heftig schaden. Positive Bewertungen hingegen können für mehr Umsatz sorgen. Doch wie so oft wenn es um das liebe Geld geht, gibt es auch bei Bewertungen Betrug und Manipulation.

Einige der, mehr oder weniger, fiesen Methoden die Unternehmen nutzen um die eigene Bewertung zu manipulieren, wollen wir Ihnen an dieser Stelle zeigen.

Eigenbewertungen

Möglichst viele positive Bewertungen in kurzer Zeit zu bekommen ist nicht so einfach. Ausgenommen natürlich man fordert die eigenen Mitarbeiter dazu auf. Haben die ersten Mitarbeiter eine positive Wertung abgegeben, ziehen die anderen meist schnell nach. Man will ja zeigen, dass man hinter dem eigenen Unternehmen steht.

Mit etwas Druck und Aussagen wie “unser Konkurrent wird aber positiver bewertet“ oder “wir brauchen jede einzelne Stimme“ klappt das überraschend gut.

Manipulierte Formulare

Nicht sehr häufig aber doch immer wieder anzutreffen sind manipulierte Formulare. Das gilt vor allem für Bewertungen auf Firmenseiten und Bewertungsanfragen per Email. Die Methode ist sehr einfach.

Egal ob man 1 oder 5 Sterne vergibt, es werden nur Name und evtl. Emailadresse übernommen, die Bewertung selbst ist immer 4 oder 5 Sterne. Gekoppelt ist das meistens mit einer Meldung, dass die Bewertung nicht sofort sondern erst nach einer Prüfung freigegeben wird.

Tatsächlich wird die (manipulierte) Bewertung erst nach einigen Tagen online gestellt. Bis dahin denken die meisten gar nicht mehr daran und der Betrug bleibt somit zumeist unentdeckt.


Eine weitere Methode ist, ein Formular so zu manipulieren, dass die abgegebene Bewertung nur dann tatsächlich online aufscheint, wenn die Bewertung positiv ist.

Löschen (lassen)

Der Klassiker schlechthin. Unliebsame Kundenmeinungen werden gelöscht bzw. beim Portalbetreiber gemeldet, damit dieser die Bewertung löscht.

Das ist zwar effektiv, aber nicht sehr elegant. Denn so mancher Nutzer findet es gar nicht toll, wenn er seine eigene Rezension plötzlich nicht mehr findet. Doch auch dafür haben die Unternehmen eine Lösung.

Ausblenden

Um eine Bewertung abgeben zu können, muss man in den allermeisten Fällen als Nutzer eingeloggt sein. Das können Seitenbetreiber für sich nutzen.

Eine unliebsame Meinung wird einfach ausgeblendet. Das bedeutet, man selbst sieht – so lange man eingeloggt ist – die Wertung noch, anderen Besuchern wird sie jedoch nicht angezeigt.

Ein konkretes Beispiel: Die Rezension links habe ich tatsächlich gestern verfasst. Sie schien auch sofort auf. Heute wollte jemand die Bewertung lesen, konnte sie aber online nicht finden. Darum habe ich selber nachgeschaut, ich fand den Text sofort als aktuellste Rezension ganz oben.

Ich habe den Link kopiert und meinem Bekannten geschickt. Bei mir funktionierte der Link, bei ihm jedoch nicht. Also habe ich ein privates Browserfenster geöffnet und es nochmal versucht. Und tatsächlich, der Link funktionierte nicht. Nur wenn ich als Nutzer eingeloggt bin, kann ich die Bewertung sehen.

Andere Bewertungen konnte ich per Link teilen, meine Rezension wurde also heimlich ausgeblendet.

Falsch- und Massenbewertungen

Einen Mitbewerber bzw. dessen Produkte durch falsche Rezensionen schlecht dastehen zu lassen ist eine weitere Methode der Manipulation. Oder aber das eigene Unternehmen wird gepusht.

Erhält ein Unternehmen oder Produkt üblicherweise nur 2-3 Bewertungen pro Monat und plötzlich gibt es in kurzer Zeit viele Rezensionen, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Manipulation ausgehen.

Bewertung gegen Bezahlung

Bei online bestellter Ware lag unseren Artikeln schon ab und an ein Zettel bei. Die Vorgehensweise ist immer die gleiche.

Für eine positive Produkt und/oder Händlerbewertung wurde uns ein Rabatt für die nächste Bestellung oder auch ein kostenloser Artikel angeboten. Wie viele Kunden dadurch tatsächlich positiv bewerten ist nicht feststellbar. Es ist aber natürlich zu erwarten, dass die Rezensionen hierdurch beeinflusst werden.

Selten aber doch geht dieser Beeinflussungsversuch kräftig nach hinten los. Einige Kunden bewerten nämlich absichtlich schlecht und weisen auf die erschlichenen Bewertungen hin.

Fazit

Bewertungen können eine Entscheidungshilfe darstellen. Sie können aber auch recht einfach manipuliert werden und sollten daher höchstens als Unterstützung gesehen werden.

Besser ist es auf Erfahrungen von Freunden und Bekannten zu setzen oder unabhängige Testberichte zu lesen.

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