Sowohl Tintenstrahl als auch Laserdrucker werden immer günstiger. Manche Modelle erhält man bereits ab 50 Euro. Da fragt man sich, wie können die Hersteller daran noch etwas verdienen?
Die Antwort: Das müssen sie gar nicht! Denn das große Geld verdienen sie gar nicht mit den Druckern selbst.

Es klingt abwegig ein Produkt auf den Markt zu bringen an dem man gar nichts oder nur sehr wenig verdient. Immerhin kosten Entwicklung, Herstellung und Werbung jede Menge Geld. Es muss sich also für den Hersteller lohnen. Und trotzdem bekommt man Drucker oft schon so günstig, dass man sich fragt, wie das überhaupt funktionieren kann.

Ein guter Tintenstrahldrucker kostet online oft unter 100 Euro. Einen Farblaserdrucker bekommt man schon deutlich unter 300 Euro. Das ist tatsächlich recht günstig und manchmal gehen die Geräte sogar noch günstiger über den Ladentisch. Doch bei diesen Kosten bleibt es natürlich nicht. Das böse Erwachen kommt mit dem Kauf der ersten Druckerpatronen bzw. Toner. Und hier tricksen die Hersteller so gut sie nur können. Manche greifen sogar zu Methoden die man schon kriminell nennen muss.

Füllmenge

Die Geräte sind bereits derartig günstig, dass man nur noch an einer einzigen Stelle einsparen kann. Der Füllung der Druckerpatrone bzw. des Toners. Kaum zu glauben, die mitgelieferten Patronen sind teilweise nur zu 10 bis 20 Prozent befüllt!

Die Drucker ganz ohne Patronen zu verkaufen wäre wohl sehr schlecht fürs Geschäft. Zu verschenken haben die Hersteller aber auch nichts. Also werden die beigelegten Patronen nur teilweise befüllt. Das hat den, für uns Konsumenten negativen Effekt, dass wir schon bald nach dem Kauf des Druckers wieder Geld in die Hand nehmen müssen. Oder anders gesagt, der Hersteller verdient bald wieder an uns.

Zwar wird zumeist auf der Verpackung darauf hingewiesen, dass hilft nur dem Onlinekäufer recht wenig.

Foto: MSK News

Hoher Verbrauch

Damit garantiert schon bald wieder Geld für neue Patronen ausgibt, sorgt man außerdem noch für hohen Verbrauch. Das beginnt bereits bei der ersten Installation. Bei der Ersteinrichtung , aber auch bei jedem Wechsel der Druckerpatrone, werden die Patronen ausgerichtet. Dazu werden Muster ausgedruckt und das kostet natürlich Tinte oder Toner.

Ein weiterer Trick: Die Druckersoftware ist so eingestellt, dass sie ab Installation mit den höchsten Einstellungen druckt. Das bedeutet zwar beste Druckqualität, aber halt auch höchsten Verbrauch. Wer viel Text oder Entwürfe druckt, kann jede Menge Geld sparen, wenn er die Einstellungen anpasst. Oft findet man die entsprechenden Menüs nicht auf den ersten Blick, die Suche danach lohnt sich jedoch!

Spezialpatronen

Teilweise werden Drucker mit einer speziellen Setup-Patrone ausgeliefert. Grundsätzlich ist das noch kein großes Problem, doch einige Hersteller gehen noch einen Schritt weiter.

Die normalen Patronen werden für Kalibrierung und Einrichtung nicht akzeptiert. Diese Spezialpatronen werden also zwingend zur Einrichtung benötigt. Also müssen nicht nur normale Patronen sondern auch Setup-Patronen nachgekauft werden. Und schon hat der Hersteller wieder etwas mehr Geld am Konto.

Psycho-Tricks

Etwas das uns speziell bei unserem Canon Farblaserdrucker aufgefallen ist: Schon wenige Wochen nach dem Einsetzen kam der Hinweis auf geringen Füllstand der schwarzen Tonerkassette. Laut Handbuch sollte die Meldung bei einer Restfüllung von 7% ausgelöst werden. Aber hatten wir tatsächlich schon 93% des Toners verbraucht?

Foto: MSK News

Man kann zwar weiterdrucken, doch man wird immer wieder mit dem Hinweis, dass die Druckqualität nicht mehr gewährleistet wäre, konfrontiert. Das baut entsprechenden Druck auf, vor allem wenn man beruflich auf das Gerät angewiesen ist. So war es auch bei uns, daher haben wir schnell Toner nachbestellt.

Wir rechneten bei jedem Druckauftrag damit, dass der Toner nun zu wechseln war. Das ging mehr als 2 Monate so, bis wir tatsächlich einen Unterschied in der Druckqualität feststellen konnten. Wechseln mussten wir den Toner erst nach etwa 3 Monaten und hunderten weiteren Seiten.
Ein frühzeitiger Wechsel wäre sowohl schlecht für die Umwelt als auch für die Geldtasche. Nur der Hersteller würde sich darüber freuen.

Nur Originalpatronen

Ist der Kauf neuer Patronen nicht mehr zu vermeiden, folgt meist ein Schock. Je nach Hersteller und Art der Patrone entstehen Druckkosten von bis zu 20 Cent pro Seite! Da kommt man natürlich schon mal auf die Idee, günstige Tinte oder ganze Patronen eines Drittherstellers zu benutzen. Das wissen natürlich auch die Hersteller der teuren Tinte.

Sie argumentieren damit, dass die Tinte von Drittherstellern eine unzureichende Qualität hätte und sogar den Drucker schädigen könne. Das schreckt viele potentielle Kunden ab, aber noch lange nicht alle.

Daher lassen sich Druckerhersteller immer wieder neue Tricks einfallen um Kunden das Leben schwer zu machen. Und dabei sind sie überaus kreativ!
Das beginnt damit, dass die Originalpatronen häufig so gebaut sind, dass sie nicht wiederbefüllt werden können. Zusätzlich werden die Drucker so präpariert, dass sie nur die Originalpatronen des Herstellers akzeptieren.

Doch auch wenn der eigene Drucker Patronen eines Drittherstellers akzeptiert, hat man noch lange nicht gewonnen, wie Hewlett-Packard beweist. Denn HP greift per Firmware-Update in die Drucker der Kunden ein. Kaum ist das System-Update installiert, verweigert der Drucker den Dienst mit Patronen von Drittherstellern. Nur noch Patronen mit dem Chip von HP können dann verwendet werden.

HP macht daraus auch gar kein Geheimnis. Man schütze damit unter anderem das geistige Eigentum der Firma und würde darüber auch auf den Verpackungen und in den Handbüchern hinweisen.

Tipps & Tricks für Nutzer

Mittlerweile werden nachfüllbare Tintenstrahldrucker angeboten. Diese nutzen keine Patronen sondern haben einen Tintentank mit mehreren Kammern verbaut. Die Geräte sind aktuell noch etwas teurer als die herkömmlichen Drucker, dafür spart man jedoch bei den Druckkosten.

Des weiteren können Sie auf folgendes achten:

  • Informieren Sie sich vor dem Kauf über das gewünschte Modell und ob es Patronen bzw. Tonerkassetten fremder Hersteller akzeptiert.
  • Deaktivieren Sie automatische Updates für den Drucker.
  • Warten Sie vor der Installation eines Updates einige Wochen ab und suchen Sie im Internet nach Problemen anderer Nutzer mit diesem Update.

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