Seit einem Mordfall im Oktober 2018 in Österreich, bei dem eine selbst umgebaute Schreckschusswaffe eingesetzt worden sein soll, ist die Thematik in den Medien präsent. Viele Fragen sich nun: Kann eine Schreckschusswaffe wirklich so einfach in eine scharfe Waffe umgebaut werden?

Achtung: Der Umbau in eine scharfe Waffe ist illegal und höchst gefährlich!

Lauf

Den Lauf „aufbohren“ und schon ist aus der Schreckschusswaffe eine scharfe Waffe geworden? Nein, so einfach ist es zum Glück nicht!
Der Lauf solcher Waffen wird in der Regel mit Sperren aus gehärtetem Stahl versehen. Diese Sperren sind weit härter als der Lauf selbst. Beim Versuch diese zu entfernen, wird man also den Lauf zerstören.

Lauf einer Walther P22 in 9mm P.A.K. – Foto: MSK News

Zusätzlich sind die Läufe mit einer Sollbruchstelle versehen. Dem Gasdruck einer scharfen Patrone (bis 2500 Bar) halten sie zumeist gar nicht Stand.

Magazin

9mm Para Munition passt nicht in das Magazin einer 9mm P.A.K. Waffe! Wie auf unserem Foto deutlich zu sehen ist, ist die Munition zu lang.

P.A.K. Magazin mit korrekter Munition – Foto: MSK News
P.A.K. Magazin mit 9mm Para Munition – Foto: MSK News

Theorie

Rein theoretisch könnte man eine Schreckschusswaffe mit viel Aufwand so modifizieren, dass man daraus scharfe Munition abfeuern kann. Dies würde aber auch entsprechende Anpassungen an der Munition usw. erfordern.

Ohne hochwertiges Werkzeug und sehr gute Kenntnisse, ist es quasi unmöglich. Aus rechtlichen Gründen, und da wir niemandem eine Anleitung dafür bieten wollen, verzichten wir jedoch auf weitere Details.

Praxis

In Österreich gibt es so gut wie keine bekannten Fälle, in denen umgebaute Gaspistolen als Tatwaffe eingesetzt wurden. Der Aufwand eines Umbaus ist sehr hoch. Die Gefahr die Waffe zu zerstören oder sich selbst bei der Benutzung schwer zu verletzen, ebenso.

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