Durch monatelange und intensive Ermittlungen des Kriminaldienstes des Bezirkspolizeikommandos Urfahr-Umgebung in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Hellmonsödt sowie dem LKA OÖ und EUROPOL in Verbindung mit Polizeibehörden in Tschechien, Deutschland, Rumänien, Belgien und Norwegen konnte eine rumänische Einbrecherbande bestehend aus mindestens 20 Personen, die über einen längeren Zeitraum für zahlreiche Firmeneinbrüche in Europa tatverdächtig sind, ausgeforscht werden.

Am 22. Juni 2019 gegen 1:30 Uhr brachen mehrere vorerst unbekannte Täter in das Firmenareal eines Sportfahrzeugunternehmens im Bezirk Urfahr-Umgebung ein und entwendeten sieben Geländesportfahrzeuge. Sie schoben die Fahrzeuge vom Firmenareal zu einem Feld- und Wiesenweg, um sie von dort abzutransportieren. Als einer der unbekannten Täter das letzte Geländefahrzeug aus dem Firmengelände hinausschob, nahm der Besitzer des Unternehmens verdächtige Geräusche wahr. Er schaute vom Balkon seines Wohnhauses und sah dabei einen der unbekannten Täter, der gerade ein Fahrzeug zum Feldweg schob. Der 31-jährige Unternehmer verständige sofort die Polizei. Sein Bruder und er versuchten mit ihren Pkw den unbekannten Täter einzuholen. Auch die Ehefrau des Firmeninhabers verfolgte den Täter und sah im Nahbereich des Firmenareals auf einem Feldweg ein abgestelltes rumänisches Fahrzeug. Daneben standen die sieben gestohlenen Geländesportfahrzeuge. Geistesgegenwärtig versperrte die Frau mit ihrem Pkw den Fluchtweg. Die Fahndung nach den Verdächtigen und den Fahrzeugen wurde auf den südböhmischen Bereich in Tschechien erweitert.

Am Vormittag des 22. Juni 2019 erstattete ein 20-jähriger rumänischer Verdächtiger des Einbruchs im Bezirk Urfahr-Umgebung bei den tschechischen Polizeibehörden Anzeige über den Diebstahl des zurückgelassenen Fluchtwagens. Er gab an, dass ihm das Fahrzeug während einer Fahrtpause auf einem Parkplatz in Tschechien gestohlen worden sei. Ebenso wurden zeitgleich auf tschechischem Bundesgebiet die drei rumänischen Transportfahrzeuge kontrolliert. Aufgrund von Ermittlungen des Bezirkspolizeikommandos Urfahr-Umgebung geriet eine sechsköpfige rumänische Tätergruppe im Alter von 20 bis 36 Jahren ins Visier. Die Ermittler konnten in Verbindung mit EUROPOL Tatorte in mehreren europäischen Ländern gezielt zuordnen, sowie Bandenmitglieder nach verübten Einbrüchen festnehmen und das Diebesgut sicherstellen. Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem österreichischen EUROPOL-Team und den betroffenen Mitgliedsstaaten konnten zahlreiche Bandenmitglieder in Europa festgenommen werden.

Diverse Straftaten

Der rumänischen Tätergruppe konnten folgende Straftaten im In- und Ausland zugeordnet werden:

  • Juni 2019: Einbruch in ein Sportfahrzeugunternehmen im Bezirk Urfahr-Umgebung bei dem sieben Sportfahrzeuge gestohlen und später sichergestellt wurden.
  • August 2019: Einbruch in ein Geländesportfahrzeugunternehmen in Norddeutschland, wo mehrere Sportfahrzeuge entwendet wurden.
  • September 2019: Einbruch in ein Geländesportfahrzeugunternehmen in Deutschland, wo mehrere Fahrzeuge entwendet wurden und in Ungarn sichergestellt werden konnten.
  • Oktober 2019: Geländesportfahrzeugdiebstahl in Schweden mit der anschließenden Sicherstellung des Fahrzeugs und der Festnahme des Transporteurs in Norwegen.
  • November 2019: Geländesportfahrzeugdiebstahl in Belgien mit der anschließenden Sicherstellung des Fahrzeugs und der Anhaltung von zwei Tatverdächtigen in Ungarn.

Die Staatsanwaltschaft Linz erwirkte bislang insgesamt sechs Haftbefehle gegen die verdächtigen rumänischen Bandenmitglieder.

Im September 2020 konnte nach einem Einbruch in Belgien eine dreiköpfige rumänische Tätergruppe festgenommen werden, darunter auch ein 30-jähriger Mittäter vom Einbruch in Reichenau im Mühlkreis.

Im Oktober 2020 wurde von der burgenländischen Autobahnpolizei bei einer Kontrolle ein 36-jähriger Mittäter festgenommen. Er befindet sich derzeit in U-Haft in der Justizanstalt Linz.

Der 27-jährige Hauptverdächtige wurde am 19. November 2020 von der rumänischen Polizei in dessen Heimatland aufgrund eines europäischen Haftbefehls aus Deutschland festgenommen. Gegen ihn besteht ebenfalls wegen mehrerer Eigentumsdelikte ein EU-Haftbefehl aus Italien.

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