Seine Miete nicht bezahlen zu können ist kein schönes Thema, erst recht nicht wenn man befürchten muss, bald auf der Straße zu stehen. Aber auch für Unternehmer ist so eine Situation oft sehr belastend.

Die Gründe für Mietrückstände können vielfältig sein. Ein persönlicher Schicksalsschlag, unerwartete Ausgaben oder auch eine sich plötzlich ändernde wirtschaftliche Lage. Oder auch eine Pandemie, verursacht durch ein neuartiges Virus. Doch auch wenn das keine Beruhigung ist, Zahlungsprobleme gab es schon lange vor Covid-19 und wird es immer geben.

Suchen Sie sich Unterstützung

Jeder kann in die Situation geraten, seine Miete nicht mehr bezahlen zu können. Erst recht in einer so schwierigen wirtschaftlichen Lage wie wir sie aktuell haben. Weder ist man mit dem Problem alleine, noch muss man sich dafür schämen.

Nutzen Sie die Beratungsangebote der verschiedenen Stellen. Als Privatperson wendet man sich am besten an die Arbeiterkammer und die Schuldnerberatung. Unternehmern steht außerdem die Wirtschaftskammer mit ihrer Rechtsberatung zur Verfügung.

Sollten Sie eine Rechtsschutzversicherung besitzen, können Sie sich auch über diese bei Fragen zum Mietvertrag beraten lassen.

Aktiv werden

Das wichtigste ist, nicht den Kopf in den Sand zu stecken! Zahlt man einfach nicht, wird es in den meisten Fällen nicht lange dauern, bis der Vermieter einen Anwalt einschaltet. Die Folge sind hohe Kosten und im schlimmsten Fall die Kündigung des Mietvertrags.

Eine eventuell bezahlte Mietkaution schützt übrigens nicht vor einer Klage! Es steht dem Vermieter frei, auf den Kautionsbetrag zuzugreifen, er muss es jedoch nicht zwingend. Im Einzelfall sorgt der Blick in den Mietvertrag für Klarheit.

Je schneller man reagiert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, eine gemeinsame Lösung zu finden. Daher sollte man umgehend aktiv werden, wenn sich ein Problem abzeichnet. Lassen sich andere Zahlungen nicht verschieben und hilft auch die Hausbank nicht über den Engpass, sollte man den Vermieter schnellstmöglich über einen anstehenden Zahlungsverzug informieren.
Eventuell kann man eine Miete aussetzen und diese zu einem späteren Zeitpunkt nachbezahlen. Z.B. mit einer zusätzlichen Einnahme, Urlaubsgeld oder ähnlichem.

Muss man davon ausgehen, dass ein längerfristiges Zahlungsproblem auftreten wird, bleibt nur die offene Kommunikation mit dem Vermieter. Dabei ist es wichtig klar darzustellen wie die Lage aussieht und noch wichtiger, ab wann der Vermieter wieder mit seinem Geld rechnen kann.
Bei vermindertem Einkommen, beispielsweise durch Arbeitslosigkeit, unbedingt zumindest einen Teil der monatlichen Miete bezahlen. So zeigt man seinen guten Willen und der Vermieter sitzt nicht komplett auf dem trockenen.

Hat der Vermieter eine realistische Aussicht in absehbarer Zeit wieder die volle Miete sowie den Rückstand (eventuell per Ratenzahlung) zu erhalten, wird man zumeist auch eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung finden.

Finanzen überprüfen

So lange alles seinen gewohnten Gang geht, macht man sich über die eigenen Finanzen oft keine großen Gedanken. Dadurch übersieht man mögliches Einsparungspotential, im Notfall kommt es aber auf jeden Euro an. Daher sollten Sie folgende Punkte prüfen:

  • Existieren Verträge die Sie kurzfristig kündigen oder stilllegen können?
  • Können Sie auf einen günstigeren Handy- und Internettarif wechseln?
  • Bestehen Guthaben, z.B. beim Finanzamt, die Sie auszahlen lassen können?
  • Gibt es Einsparungsmöglichkeiten bei Lebensmitteln und sonstigen Ausgaben?

Persönliche Anmerkung

Wenn Sie nun denken “Na der hat gut reden, er war ja noch nie in so einer Situation“ dann darf ich Ihnen an dieser Stelle versichern, Sie irren sich!

Von einer Sekunde auf die andere stand ich ohne Einkommen da. Mein damaliges Geschäftslokal wurde durch eine Bankomatsprengung unbrauchbar, alles war voller Ruß, beinahe die gesamte Ware musste entsorgt werden. Monatelang kein Umsatz, das Weihnachtsgeschäft verloren und die Versicherung hat sich viel Zeit gelassen. Das bedeutet, sowohl die privaten als auch die unternehmerischen Fixkosten laufen weiter, aber kein einziger Euro kommt aufs Konto. So schnell kommt man in eine besch… Situation!

Sie lesen hier also keine theoretischen Tipps. Ich habe es genau so gemacht wie oben beschrieben.
Es war keine einfache Zeit und hat mich so manche Nerven gekostet. Aber schlussendlich konnte ich alles regeln und der Vermieter hat jeden Euro bekommen!