Aller Anfang muss gar nicht schwer sein. War der Raspberry früher nur für Technik-Freaks interessant, ist er mittlerweile, auch dank grafischer Oberfläche, recht einfach zu bedienen.

Zugegeben, man muss sich an den Raspberry ein bisschen gewöhnen. Wer – so wie wir – bisher nur mit Windows und Android gearbeitet hat, fühlt sich bei der grafischen Oberfläche des Betriebssystems „Raspbian“ ein bisschen wie zu Hause. Aber das ist nicht das einzige verfügbare Betriebssystem.

Raspberry PI 4 in Gehäuse – Foto: MSK News

Info: Falls Sie sich fragen, was es mit dem Raspberry auf sich hat: Hier finden Sie unseren Beitrag über den Einplatinen Computer.

Betriebssysteme

  • Raspbian ist für Einsteiger die wohl beste Wahl. Für Raspbian spricht neben der grafischen Oberfläche auch, dass viele nützliche Programme bereits inkludiert sind. Es ist die einfachste Möglichkeit, sich mit dem Raspberry PI vertraut zu machen.
  • Ubuntu Mate basiert auf der Linux-Distribution Ubuntu. Auch dieses Betriebssystem bietet eine grafische Oberfläche. Es empfiehlt sich, wenn man den Raspberry als einfachen Desktop Rechner einsetzen will. Wichtig: Die offizielle Distribution ist nur für Raspberry 2 + 3 verfügbar. Es gibt jedoch eine inoffizielle Ubuntu 18.04 Version für den PI 4, die bei uns sehr gut funktioniert.
  • Weitere Betriebssysteme stehen zur Verfügung, sind jedoch für Einsteiger eher weniger interessant und auf spezielle Anwendungen zugeschnitten. Mit Kodi, LibreELEC oder OSMC lässt sich der PI z.B. in ein Mediacenter verwandeln.

Da das Betriebssystem samt aller Programme und Daten auf der SD Karte liegt, können Sie mit der Karte auch das Betriebssystem ganz einfach wechseln. Oder eine Sicherheitskopie erstellen. Dazu weiter unten mehr.

Erste Schritte in Raspbian

Wer sich in Windows zurechtfindet, kommt auch schnell mit diesem Betriebssystem klar.Taskleiste und Startmenü sind zwar nicht so hübsch, aber doch nahezu gleich.

Einige der Programme die man vielleicht schon nutzt, sind auch für Raspbian verfügbar. Darunter Libre Office, der VLC Player und der Firefox Internet-Browser.

Raspbian Desktop – Screenshot: MSK News

Eine relativ harte Umstellung könnte die optische Darstellung des „Appstores“ bedeuten. Oder besser gesagt, die Darstellung dessen, was einem Appstore nahe kommt und Ihnen die Möglichkeit gibt, weitere Software zu installieren.
Keine schicken Bildchen oder gar Animationen. Purer Text warten auf Sie. Man sollte auch recht genau wissen, was man installieren möchte, denn die Suchfunktion liefert nicht immer ganz konkrete Ergebnisse. Es sei denn, man gibt den Programmnamen genau ein. Keine Sorge, man gewöhnt sich mit der Zeit daran!

Raspbian Software Installation

Terminal / Updates

Selten aber doch, benötigt man auch unter Raspbian das Terminal um Befehle auszuführen. Dies gilt z.B. um Updates abzurufen und zu installieren.

Um Updates abzurufen, geben Sie folgendes ein:

sudo apt update

Durch diesen Befehl sucht der Raspbian nach Aktualisierungen. Das eigentliche Update der Pakete starten Sie durch:

sudo apt full-upgrade

Hierdurch werden alle gefundenen Updates installiert. Das gilt auch für die Firmware. Ein Backup des gesamten Systems kann zuvor also sicher nicht schaden!

Backup

Gerade bei einem neuen System probiert man gerne herum. Da entstehen schon mal Probleme, man installiert Programme die man später gar nicht nutzt usw. Daher sollten Sie unbedingt direkt nach der Erstinstallation des Betriebssystems ein Backup erstellen!

Keine Sorge: Es ist weder kompliziert noch benötigt man extra Software dafür. Alles was Sie brauchen, ist eine leere SD Karte oder alternativ einen USB Stick. Legen Sie die Karte ein und starte das Programm „SD Card Copier“ auf dem Raspberry. Der Rest ist selbsterklärend.

Unsere Erfahrungen

  • Raspberry Sets: Zwar kann man den Raspberry PI 4 auch einzeln kaufen, wir empfehlen jedoch den Kauf eines Sets. So hat man alles, was man für den Start benötigt und kann sicher sein, dass die Komponenten problemlos mit einander funktionieren.
  • Bei Problemen: Der erste Schritt bei Fragen und Problemen ist für Anfänger meistens der Klick auf Google oder eine andere Suchmaschine. Achten Sie bei den Anleitungen jedoch unbedingt auf das Erstelldatum und für welches Modell/Betriebssystem sie gelten. Wir sind häufig auf nicht mehr aktuelle Beiträge gestoßen.
  • GPU-Speicher: Unter Raspbian ist es möglich festzulegen, wie viel des Arbeitsspeichers für Grafikanwendungen zur Verfügung gestellt wird. Da wir ein Modell mit 4GB Ram besitzen, wollten wir diesen Wert erhöhen. Hiervon raten wir jedoch dringend ab!
    Bei höherem Wert (512MB) verschlechterte sich die Leistung unseres Systems massiv. Bei 768 MB startete das System gar nicht mehr!
  • Spiele: Auch wenn einfache Retro- und Java-Spiele auf dem Raspberry ganz gut laufen, für mehr ist er nicht ausgelegt. Das bereits vorinstallierte Minecraft ließ sich bei uns nur in einem kleinen Fenster ordentlich spielen. OpenTTD brachten wir zwar auch zum laufen, es lief jedoch ebenfalls nur in einem kleinen Fenster wirklich stabil. Unsere Empfehlung: Vergessen Sie Spiele. Sie werden kaum damit glücklich werden.
  • Stromverbrauch: Unser Raspberry wird auch mobil eingesetzt. Daher war einer unserer ersten Tests, wie lange er über unsere Powerbank betrieben werden kann. Bei aktiviertem Bluetooth und WLAN sowie angeschlossenem Lüfter, hielt unsere 24.000mah Powerbank mehr als 12 Stunden durch. Der Monitor wurde dabei extern mit Strom versorgt.