Das zeichnen und designen mit dem 3D Stift macht Spaß, ist aber Anfangs nicht ganz einfach. Darum haben wir hier die wichtigsten Einsteigertipps zusammengefasst.

Der 3D Stift und etwas Filament alleine reichen leider nicht aus, um gute Ergebnisse zu erhalten. Wir zeigen Ihnen nun, welches Zubehör sinnvoll ist und wie Sie schnell die ersten guten Ergebnisse erhalten.

Als Arbeitsfläche empfiehlt sich eine Werkbank oder ein Tisch mit robuster Oberfläche. Alternativ legt man einfach eine ebene Holzplatte unter. Der Arbeitsplatz sollte jedenfalls gut beleuchtet sein.

Video: Survivalplan.at

Wichtiges Zubehör

Will man etwas von Papier abzeichnen, benötigt man transparente Folie. Direkt auf Papier zu zeichnen klappt meistens nicht sehr gut. ABS hält kaum darauf, PLA auch nur mittelmäßig.

Die Spitze des Zeichenstifts erreicht um die 200°C und auch das Material ist entsprechend heiß. Das muss die Unterlage natürlich aushalten. Wir nutzen auch Matten für den 3D Druck, diese sind allerdings relativ teuer. Alternativ nimmt man eine hitzebeständige Matte und streicht sie mit einem Klebestift ein. Das erhöht die Haftung beträchtlich.

Um die Oberfläche seiner Konstruktionen zu glätten, benutzt man am besten einen Lötkolben.
Zur Nachbearbeitung empfehlen wir ein Feilen-Set und eventuell Schleifpapier. Ein Entgrater ist nicht unbedingt notwendig, aber manchmal hilfreich.

Filament

Die meisten 3D Zeichenstifte kommen mit den Materialien PLA und ABS zurecht. Beide Filamente haben unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Tipp: Für die ersten Versuche ist ein PLA Filament-Set mit verschiedenen Farben eine gute Wahl.

PLA ist einfacher zu verarbeiten und entwickelt dabei auch weniger Geruch. Außerdem ist es biologisch abbaubar. Das ABS hat aber 2 große Vorteile. Das Material ist günstiger und wetterfest!

Für Objekte die Sonne und Wetter ausgesetzt sind, ist also unbedingt ABS zu empfehlen. Allerdings zieht es sich beim auskühlen gerne zusammen, was man in unserem Video (siehe oben) bei der Funkgerätehalterung auch gut erkennen kann.

Erste Versuche

Da man in der Geschwindigkeit zeichnet, die der Stift vorgibt, sollte man diese Anfangs stark herunter regeln. Die meisten Stifte lassen das in mehreren Stufen zu.

Um sich an die Handhabung des Stiftes zu gewöhnen, sollten Sie mit dem Zeichnen von einfachen geometrischen Formen beginnen. Eine spezielle Silikonmatte mit Vorlagen, kann dafür sehr nützlich sein. Auch eine gute Übung ist das Nachzeichnen von Konturen. Dafür kann man z.B. Window Color Vorlagen verwenden.

Praxistipps

3D Konstruktion:

Möchten Sie z.B. einen Würfel herstellen, am besten erst die 6 Seiten als einzelne Flächen zeichnen und dann zusammenfügen. Das ist einfacher und die Konstruktion wird stabiler. Zum zusammenfügen kann man Hitze, oder noch besser, den 3D Stift nutzen.

Abguss:

Bestimmte Objekte freihändig herzustellen, ist sehr aufwendig oder gar unmöglich. Hier kann man sich oft mit einem Trick helfen. Das Gegenstück zu einem Gewinde stellen wir z.B. her, in dem wir das Gewinde mit einem Trennmittel einsprühen und dann das Filament direkt auftragen.

ABS Verzug:

Beim abkühlen zieht sich ABS zusammen. Vor allem bei dünnen Flächen kann der Effekt recht stark ausfallen. Das lässt sich zwar nur schwer verhindern, aber relativ einfach beheben. Erhitzen Sie die gedruckte Fläche vorsichtig mit einer kleinen Heißluftpistole und halten Sie sie dann in Form, bis sie vollständig abgekühlt ist. Das dauert nur einige Sekunden.

Glätten:

Es gibt mehrere Methoden, eine glatte Oberfläche zu erzielen. Je nachdem wie fein sie werden soll, muss man eventuell mehrere Methoden kombinieren.
Der erste Schritt ist, die Struktur mit einem Lötkolben – optimal ist ein Schneidaufsatz – zu glätten. Danach kann mit Feilen und Schleifpapier weitergearbeitet werden.

Matte Oberfläche:

Durch das Abschleifen und andere Nacharbeiten, kann die Oberfläche von gedruckten Objekten matt werden. Doch keine Sorge, dass lässt sich durch Hitze sehr einfach beheben. Streichen Sie mit dem Lötkolben kurz über das Material oder erhitzen Sie es mit einer Heißluftpistole.

Recycling / Reparaturen:

Restmengen von Filament werfen wir nicht weg, sondern heben sie nach Material und Farben sortiert, auf. So können wir das Material für kleine Reparaturen nutzen, indem wir es z.B. mit dem Lötkolben aufschmelzen.

Unterkonstruktionen:

Um Material zu sparen oder schwierige Formen zu realisieren, bietet sich der Bau einer Unterkonstruktion an.

Das Skelett von Personen und Tieren kann man mit festem Draht formen. Alu-Folie nutzen wir z.B. um Kugeln und Körper zu bilden.

Zylinder:

Theoretisch kann man natürlich einen Kreis zeichnen und so lange Schicht für Schicht auftragen, bis man einen Zylinder in der gewünschten Höhe hat. Das Ergebnis wird aber nicht besonders gut aussehen und viel Nacharbeit erfordern.

Einfacher ist es, eine Platte zu zeichnen und diese mit Heißluft in Form zu biegen. Dafür eignet sich ein Rohr im richtigen Durchmesser als Auflage, am besten.