Strenge Waffengesetze die einerseits Missbrauch einschränken und andererseits dennoch den Schießsport und die Selbstverteidigung ermöglichen, sind nicht selbstverständlich. So gesehen, können wir uns in Österreich wirklich glücklich schätzen!

Und doch gibt es in unserem Waffengesetz einige Kuriositäten. Ein paar davon haben wir herausgesucht.

Steinschleuder

Wer in Österreich eine Steinschleuder, auch als Zwille bekannt, kaufen möchte, muss dafür in den Waffen-Fachhandel. Denn nur dieser hat das Recht, derartig gefährliche Dinge zu verkaufen. Steinschleudern nur im Waffenhandel? Klingt eigenartig, ist aber so! Denn sie fallen in Österreich unter das Waffengesetz und dürfen erst ab 18 Jahren erworben werden.

Übrigens: eine Astgabel findet man im Wald und einen Gummi bekommt man im freien Handel. Vielleicht sollte man das dem Gesetzgeber einmal sagen…
Und wenn man schon dabei ist, könnte man ihm auch gleich sagen, dass man Steinschleudern ganz bequem bei Amazon bestellen kann. Bleibt die Frage, ob das dann (l)egal ist!

In Deutschland fallen „normale“ Schleudern nicht unter das Waffengesetz. Modelle die eine Armstütze besitzen oder damit nachgerüstet werden können, sind jedoch verboten.

Bogen und Armbrust

Wenn der Staat bei Steinschleudern bereits so rigoros ist, dürfte er bei Bögen und Armbrüsten noch strenger sein. Immerhin kann man mit beiden, Tiere und Personen auf große Distanz töten. Mit hochwertigen Armbrüsten sind gezielte Schüsse bis 150 Meter möglich!

Doch man glaubt es kaum, Bögen und Armbrüste (auch Pistolenarmbrüste) sind als Sportgeräte eingestuft und fallen damit nicht unter das Waffengesetz. Sie sind damit im Handel frei erhältlich!

Diabolos und Stahlkugeln

Diabolos sind die kleinen Geschosse, die man z.B. aus Druckluftwaffen verschießt. Während Stahlkugeln, die man z.B. für Steinschleudern, Softair- und Co2 Waffen als Munition einsetzen kann, frei verkäuflich sind, gilt das nicht für Diabolos.

Diabolos cal. .177


Diese darf offiziell nur der Waffenhandel führen. Auch hier ist es jedoch wieder so, dass Amazon eine große Auswahl bereit hält.

Ob man sich als Kunde oder Händler beim Online-Kauf strafbar macht, ist uns nicht bekannt. Fakt ist, dass auch wir vor einigen Jahren Diabolos online gekauft haben. Wir kamen damals gar nicht auf die Idee, dass es illegal sein könnte!

Messer

Kompliziert um nicht zu sagen undurchschaubar, wird es bei Messer. Je nach Art gelten sie als Werkzeug oder Waffe. Soweit so klar.
Doch wann ist ein Messer eine Waffe?

Als Waffe gelten solche Messer, die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind,

1. die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen durch unmittelbare Einwirkung zu beseitigen oder herabzusetzen

Noch immer alles klar? Ach und es gibt keine Vorschriften zur Klingenlänge, sie spielt auch keine Rolle bei der Einstufung als Waffe.
Ein Küchenmesser ist übrigens keine Waffe. Wobei man wohl nicht lange überlegen muss, ob so ein 30cm Küchenmesser eventuell geeignet ist, die Abwehrfähigkeit eines Menschen herabzusetzen!

Verkauft werden dürfen alle Messer (je nach Modell, teilweise erst ab 18 Jahren) im freien Handel. Auch solche, die unter das Waffengesetz fallen.
Springmesser, Butterly (in Deutschland verboten!), Macheten, Kampfmesser… alle legal. Zumindest wenn gegen den Käufer kein aufrechtes Waffenverbot besteht. Das allerdings kann der freie Händler gar nicht überprüfen!

Video

Video: Survivalplan.at