Es war einmal vor langer Zeit… so beginnen normalerweise Märchen. In meinem Fall beginnt so meine Liebe zu Fahrzeugen der Marke Nissan. Seither bin ich unzählige Fahrzeuge dieses Herstellers gefahren und habe unter anderem 4 Navara Pickups, 2 Juke und einen E-NV 200 besessen. Doch so langsam baut sich in mir Frust auf. Kann Nissan eigentlich noch gute Autos bauen?

Im Jahr 2008 wollte ich mir ein Auto kaufen. Also ab zu einem Händler, spontan nach der Arbeit und mit dem festen Entschluss, nicht ohne Kaufvertrag nach Hause zu gehen. Was besseres kann einem Verkäufer ja wohl kaum passieren, oder? Scheinbar doch! Denn ich wurde dort behandelt, als wäre ich Luft. Nach knapp 15min kam endlich einer der 3, die ganze Zeit mit einander scherzenden, Verkäufer auf mich zu und erklärte mir gleich zur Begrüßung, dass die Gebrauchtwagen draußen stehen würden. Das ganze noch unterlegt mit einem überheblichen Unterton und einen mich musternden Blick. Vermutlich waren Jeans und schwarzes T-Shirt dort nicht gerne gesehen, jedenfalls hatte ich in diesem Moment schon genug und bin gegangen.

Am Heimweg kam ich dann auch noch in einen scheinbar endlosen Stau. Unfall auf der Autobahn, der Tag war quasi gelaufen. Obwohl ich damals noch kein Navi im Auto hatte, die Strecke nicht kannte und somit nicht wusste ob es sinnvoll war, fuhr ich auf gut Glück an der nächsten Abfahrt ab. Und kam zufällig an einem Nissan-Händler vorbei. Was konnte an diesem Tag noch schief gehen? Also bin ich spontan dort reinmaschiert, absolut angepisst und irgendwie damit rechnend, dass der Verkäufer dort auch nicht viel anders reagieren würde. Aber es kam ganz anders!

Liebe auf den ersten Blick – Mein erster Navara

Sofort wurde ich freundlich begrüßt. Noch bevor gefragt wurde wie man mir helfen könne, wurde mir schon etwas zu trinken angeboten. Besser geht es nicht!
Ich wusste schon recht genau was ich haben wollte, es ging nur noch darum zu schauen, ob Nissan auch derartiges anbieten konnte. Und tatsächlich fand ich ein passendes Fahrzeug.

Am nächsten Tag habe ich den Kaufvertrag für meinen ersten Nissan unterschrieben. Genauer, für einen Nissan Navara Pickup. Platz für 5 Personen, ordentlich Kapazität für Zuladung und ein markantes Design, genau so etwas habe ich gesucht.

Foto: MSK News

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich von meinem ersten Navara offenbar kein Foto mehr habe. Er sah dem hier gezeigten neueren Modell jedoch recht ähnlich. Auch was die Sauberkeit anging…

Damals war die Welt für mich noch in Ordnung. Das mag auch daran liegen, dass es mein erstes wirklich neuwertiges Fahrzeug war. Bis dahin fuhr ich Autos die zumindest 10 Jahre alt waren. Vielleicht sind mir kleinere Fehler deswegen einfach nicht aufgefallen, jedenfalls kann ich mich an kein einziges Problem mit diesem Fahrzeug erinnern.

Navara Nr. 2 – Die Probleme beginnen

Ich leide seit vielen Jahren an Schmerzen im linken Sprunggelenk, je nach Tagesverfassung wurde das Fahren zur Qual. Darum habe ich mich 2011 auf die Suche nach einem neuen Auto gemacht.
Wieder wusste ich genau was ich wollte. Wieder einen Navara, aber mit Automatik und etwas besserer Ausstattung.

Blindflug

Gesucht, gefunden und der Umtausch war auch schnell erledigt. Damit begannen nur leider auch schon die ersten Probleme. Die erste Fahrt im Regen wurde zur absoluten Nervenprobe!
Autobahn, knapp 110km/h am Tacho und es begann zu regnen. Logische Reaktion, man schaltet die Scheibenwischer ein. Tja, nur sah ich dadurch plötzlich alles verschwommen! Mit jedem wischen wurde es schlimmer und schlimmer. Ich sah tatsächlich alles so, als hätte man mir die Frontscheibe mit Butter eingerieben. Warnblinkanlage, runter vom Gas und rasch aber vorsichtig rüber auf den Pannenstreifen.

Dann habe ich erst einmal kurz gerätselt, was da gerade passierte. Des Rätsels Lösung? Es gibt wohl, so wurde mir gesagt, eine Konservierung die für den Transport auf dem Fahrzeug aufgebracht wird. Die wurde offensichtlich vor dem Verkauf nicht entfernt, wer auch immer daran die Schuld trägt.
Jedenfalls war es nicht lustig, in strömendem Regen am Pannenstreifen stehend, sein T-Shirt zum reinigen der Frontscheibe zu benutzen. Von der Unfallgefahr ganz zu schweigen…

Blattfedern

Ein Kanaldeckel, eine Kurve oder ein Schlagloch, schon quietschte es heftig. Es wurde rasch immer schlimmer. Eine kurze Testfahrt, mit Mechaniker auf der Ladefläche, brachte Gewissheit. Es kam von hinten, unter dem Auto. Nach kurzer Suche wurden die Blattfedern als Ursache ausgemacht.

Diese wurden getauscht und das Problem damit behoben. Da hatte das Auto gerade einmal 600km hinter sich gebracht…

Rückfahrkamera

Keine große, aber eine nervige Sache, war der 2. Defekt. Einige Wochen nach den Kauf begannen Störungen im Bild der Rückfahrkamera.

Foto: MSK News

Einmal funktionierte alles tadellos, 1 Minute später zogen sich Streifen durch das Bild oder das Bild flackerte wild. Der Effekt trat willkürlich auf, mal schwächer mal war kaum noch etwas zu erkennen.

Ein Softwareupdate sollte es richten, brachte aber keine Besserung. Auch der Tausch der Kamera selbst, half nichts. Eine echte Lösung gab es nie, mit der Zeit lernte ich mit dem Fehler zu leben.
Insgesamt waren wir mit dem Fahrzeug aber sehr zufrieden!

Navara Nr. 3 – Bitte was soll das denn?

Was soll ich sagen, 2015 bin ich ein 3. Mal schwach geworden. Ja ok, über die Farbe kann man diskutieren. Immerhin war es wieder ein Navara, aber diesmal mit einem V6 Motor! V6 waren damals schon ein bisschen böse, der Pick Up ging aber genau deswegen günstig her und ich konnte halt nicht nein sagen.

Für kleine Parklücken war das Teil wirklich nicht geeignet. Aber für meine Zwecke, nämlich viel Platz und große Zuladung, war er eigentlich optimal. Eigentlich…

Foto: MSK News

Eindeutig mein eigener Fehler: Ich habe das Schlachtschiff nur in der Stadt Probe gefahren. Ich kannte ja bereits 2 Navara, viel Zeit hatte ich damals auch nicht und ich wollte das Ding ja sowieso haben. Hätte ich mir nur mehr Zeit genommen!

Spaltmaße? Egal!

Kurz nach dem Kauf fiel mir auf, dass sich die Heckklappe je nach Außentemperatur nur schwer schließen lies. Oder besser gesagt, sie schnappte nur auf der rechten Seite ein, links leider nicht oder mit viel drücken. Das war mir natürlich zu gefährlich, immerhin hatte ich oft mehrere Hundert Kilo geladen.
Mehrfach wurde hier und dort geschraubt und verstellt, aber es half alles nicht. Mal ging die Klappe butterweich zu, dann wieder nicht.

Wie es nun mal so ist, wenn wo ein Fehler auftritt, schaut man genauer hin. Scheinwerfer, Motorhaube, irgendwie war immer auf einer Seite mehr Luft als auf der anderen. Oder saß schief.
Ja ok, vielleicht ist das pingelig. Aber so ein Auto kostet halt auch knapp 45.000 Euro!

V6 Motor? Fürn A…

Das für mich viel größere Problem: Um die Beschleunigung von 0 auf 100 zu messen, brauchte man gefühlt keine Stoppuhr sondern einen Kalender! Nun habe ich mir den Navara V6 nicht gekauft weil ich damit an Rennen teilnehmen wollte, aber im Alltag wurde es oft unangenehm. Während das ziehen schwerer Anhänger problemlos klappte, wurde das anfahren bei Kreuzungen zur Nervenprobe.

Im Prinzip lief es gefühlt so: Ampel schaltet auf Grün, Fuß auf das Gaspedal (Automatikschaltung) und dann konnte ich gemütlich eine Zeitung lesen bis sich das Schlachtschiff endlich in Bewegung setzte. Das klingt furchtbar übertrieben und ist es natürlich auch, aber ernsthaft, ich hatte noch nie ein Auto unterm Hintern, ausgenommen einen Ford Connect, der so schlecht anfuhr und beschleunigte! Ich dachte an einen Motorschaden, Elektronikfehler oder ähnliches. Aber nein, es wurde nichts dergleichen gefunden.

Ich bin kein Autoexperte, habe mich aber natürlich mit anderen Navara-Fans ausgetauscht. Dabei habe ich festgestellt, dass es 2 auseinandergehende Meinungen gibt. Die einen lieben die Motorisierung, die anderen finden den Navara V6 einfach nur müde. Ich persönlich hatte jedenfalls keine Freude mit dem Auto, auch meine Freundin fuhr nicht gerne damit, obwohl sie die ersten beiden Navara gerne nutzte.
Warum mir die schwache Beschleunigung bei der Probefahrt nicht aufgefallen ist? Pure geistige Umnachtung, anders kann ich es mir selber nicht erklären.

Diverse Wehwehchen

Etwa 6 Monate nach dem Kauf begannen kleinere Probleme. Nichts dramatisches, aber trotzdem war ich immer wieder in der Werkstatt. Erst funktionierte die Sitzheizung nicht mehr, dann leuchtete ab und an eine Warnleuchte auf. Ich muss gestehen, ich weiß nicht mehr genau welche.

Danach streikte die Einparkhilfe, die Scheibenwaschanlage tat es ihr gleich. Es war einfach nur noch zum kotzen! Wie gesagt, es war nichts tragisches dabei, aber wenn ein Fahrzeug schon im ersten Jahr ständig kleine Probleme hat, verheißt das nichts gutes. Darum haben wir uns schnell wieder davon getrennt.

Der erste Juke – Abwechslung muss sein

Fürs erste hatten wir echt genug von den Pick Ups. Nun sollte es was kleines günstiges sein. Daher wurde es 2016 ein Nissan Juke. Soviel gleich vorweg, richtig viel Glück hatten wir mit diesem Auto auch nicht.

Foto: MSK News

Rost auf den Bremsscheiben

Bereits 5 Tage nach der Abholung fiel uns etwas unschönes auf. Die Bremsscheiben setzten, bei feuchter Witterung, binnen Minuten Rost an. Ja, richtig gelesen. Binnen Minuten! Bei allen 4 Scheiben.

Es war auch ganz einfach nachzuvollziehen. Einfach etwas mit dem Auto fahren und dabei ein bisschen bremsen. Dadurch wurden die Scheiben quasi gereinigt. Dann etwas Wasser auf die Räder sprühen und warten. Binnen 20 Minuten sah es dann so aus wie auf den Fotos unten zu sehen. Die Fotos sind weder gestellt noch manipuliert! Und es ließ sich beliebig oft wiederholen.

Der Händler war erst ratlos und tippte dann auf einen aggressiven Reiniger. Er vermutete, dass mein Fahrzeug vor der Auslieferung von der Hauseigenen Putzfirma gereinigt wurde und die Scheiben dadurch angegriffen wurden.
Doch auch ein Fahrzeug im Schauraum welches noch nie gereinigt wurde, zeigte diese Rostspuren. Zwar nur ansatzweise, aber im gleichen Stil. Der Rost war punktuell, bei genauer Betrachtung sah man auch runde Schadstellen auf der Scheibe.

Schlussendlich kam man zu dem Schluss, dass es sich wohl um einen Materialfehler handeln musste. Die Scheiben wurden uns kostenlos ersetzt. Leider blieb es aber nicht bei diesem Fehler.

Probleme mit der Steuerkette? Das ist beim Juke nichts neues…

Etwas über ein Jahr hatte ich dann Freude am Nissan Juke. Er fuhr sich richtig gut, machte auch deswegen Spaß, weil er sich natürlich spritziger fuhr als die Klein-LKWs davor. Doch dann kündigte sich auch schon das nächste Problem an.

Beim Gas geben unter Last, also z.B. beim bergauf fahren, hörte ich ein rasselndes Geräusch. Es war sehr dezent und nur zeitweilig zu hören, aber es war definitiv da. Also ab in die Werkstatt, doch bei der Probefahrt war nichts zu hören und so meinte man, ich solle einfach wieder kommen, wenn das Geräusch wieder auftaucht.

2 Monate später war das Geräusch deutlich lauter und immer öfter zu hören. In der Werkstatt kannte man mich natürlich bereits, ich bekam recht schnell einen Termin. Der Werkstattleiter meinte trocken ,,Das ist sicher die Steuerkette, wenn ein Juke rasselt ist es immer die Steuerkette.“ Um sicherzugehen sah man sich das Auto aber trotzdem noch genauer an. Mangelnde Einsatzbereitschaft kann man meiner Werkstatt nun wirklich nicht vorwerfen!

Foto: MSK News

Der Mechaniker sollte Recht behalten. Kaum war die Steuerkette gewechselt, war auch das Geräusch weg. Soweit ich mich erinnern kann, was bei der Menge an Werkstattbesuchen nicht ganz einfach ist, hatten wir danach mit dem Juke keine Probleme mehr.

E-NV 200 – Elektroschrott auf Rädern

Unser nächstes Auto, ebenfalls 2016 angeschafft, fuhr elektrisch. Beim Gedanken an den Nissan E-NV 200, habe ich noch heute gemischte Gefühle. Einerseits machte er wirklich Spaß, andererseits habe ich ihn verflucht! Ein bisschen tue ich das noch heute…

Foto: MSK News

Batterie und Reichweite

Laut Nissan sollte man bis zu 170km schaffen, theoretisch zumindest. Ich fahre tatsächlich sehr sparsam, mit allen Fahrzeugen und komme meistens sogar den angegebenen Werten nahe. Doch beim NV ist mir das nie gelungen.

Mit sehr vorsichtiger Fahrweise, im Sommer, ohne Klimaanlage, schaffte ich 150km. Das war für mich absolut ausreichend, im Normalfall fuhr ich nicht weiter als 30-40km in eine Richtung. Doch im Winter schaffte ich selbst das nur mit Beten und Fluchen!
Heizung? Keine Chance! Ohne Heizung, aber zumindest mit Lenkrad- und Sitzheizung, sowie sehr umsichtiger Fahrweise, schaffte ich bestenfalls 100 Kilometer. Wurde es richtig kalt und musste ich auch noch die Scheinwerfer oder gar die Scheibenwischer dazu einschalten, war auch schon mal nach 80km Schluss.

Absolut positiv möchte ich an dieser Stelle jedoch erwähnen, dass die Batterie nach 3 Jahren kaum nachgelassen hatte. Und das trotz häufigerer Schnellladung.

Foto: MSK News

Rückrufaktion

Etwa 1 Monat nach dem Kauf kam ein Brief bzgl. Rückrufaktion. Die Gasdämpfer der Heckklappe mussten getauscht werden. Anscheinend konnten diese sehr schnell korrodieren und damit zur Gefahr werden. Sprich, die Klappe konnte einem auf den Kopf knallen.

Foto: MSK News

Der Austausch ging recht flott und war natürlich kostenlos. Und um das deutlich zu sagen, wir hatten nie ein unsicheres Gefühl deswegen, auch funktionierten die Gasdämpfer bis zum Austausch problemlos.

Navi auf Irrwegen

Etwa 10 Monate nach dem Kauf fiel das Navigationsgerät aus. Oder besser gesagt, es zeigte uns irgendwo an, etwa 100km vom tatsächlichen Standort entfernt.

Egal, nach den vielen Jahren kannten wir sowieso schon fast jeden Mechaniker beim Vornamen. Ein weiterer Besuch war quasi auch schon egal. Zuerst wurde die Antenne gewechselt, denn so die Aussage des Mechanikers, erst muss das günstigere Teil getauscht werden, bevor das ganze Navi getauscht werden darf. Gebracht hat es leider nichts, so standen wir also kurz darauf wieder dort.

Foto: MSK News

Nach dem Navi-Tausch funktionierte alles tadellos. Zumindest dachte ich das.

Die Bremse steckt

Kurz darauf bemerkte ich nämlich einen höheren Verbrauch bzw. eine geringere Reichweite beim E-NV. Auch hatte ich das Gefühl, als würde das Auto nicht mehr so gut rollen wie zuvor.

Die Kontrolle in der Werkstatt brachte vorerst kein Ergebnis. Ich überlegte schon, ob ich es mir vielleicht auch nur einbildete. Doch es wurde immer schlimmer und so machte ich mich selber auf die Suche.
Ergebnis: Eine Bremse steckte.

Foto: MSK News

Die Reparatur kostete mich einige Hundert Euro. Kulanz oder Gewährleistung gäbe es bei Bremsen nicht… Na vielen Dank!

Akku laden ist Glückssache

Schon hatten wir die anfänglichen Probleme beinahe vergessen und uns mit der geringen Reichweite abgefunden, da wurden wir unsanft in die Wirklichkeit zurückgeholt. Ab und an wollte unser Nissan E-NV 200 einfach nicht laden. Das betraf sowohl die Schnellladung an der Säule als auch das 230V Ladegerät zu Hause.

Etwas abwarten, mehrmals neu anstecken, das Auto kurz starten und wieder abstellen. Meistens konnten wir den Ladevorgang auf diese Weise doch noch starten. Mehrere Softwareupdates, diverse Male Fehlerspeicher auslesen usw. brachten keine Abhilfe.

Foto: MSK News

Schlussendlich wurde das im Fahrzeug verbaute Ladegerät gewechselt, danach funktionierte wieder alles normal.

Diverse Kleinigkeiten

Auch der E-NV hatte diverse kleine Problemchen. Die Schiebetüre musste mehrfach nachjustiert werden, der Türkontakt der Fahrertür meldete immer wieder eine offene Tür wo keine war und die Verstellung eines Scheinwerfers hatte sich ausgehangen. Nichts weltbewegendes also.

Getrennt haben wir uns von dem Auto allerdings nur wegen der geringen Reichweite.

Navara Nr. 4 – Aber es war doch ein Sondermodell!

Nach dem 3. Navara hatte ich mir geschworen, so einen will ich nie wieder! Doch 2017 musste mein Auto zum Service und da stand er. Der Nissan Navara Trek -1! Die Vernunft sagte nein, aber das Herz sagte NIMM MICH MIT!

Ja ich weiß, selber Schuld und so, ich gebe es ja zu. Machen wir es kurz, es war wieder ein Reinfall.

Foto: MSK News

Mit der Heckabdeckung fing es an

Bis zum Winter gab es keinen Grund zu meckern. Doch eines Tages wollte ich die versperrte Heckabdeckung öffnen. Nur die Zentralverriegelung sperrte einfach nicht auf. Ich hatte die separaten Schlüssel der Abdeckung zufällig dabei, doch auch damit ging es nicht.
Da steht man nun also beim Kunden, das Werkzeug ist auf der Ladefläche verstaut, aber man kommt nicht dazu. Am liebsten hätte ich mal heftig geschrien!

Insgesamt brauchte es 5 Reparatur-Versuche, dann war der Schließmechanismus endlich dauerhaft funktionstüchtig. Dafür kamen neue Probleme dazu.

Fehler folgt auf Fehler

Schlag auf Schlag tauchte ein Fehler nach dem anderen auf. Einmal versagte das Frontradar, dann die Einparksensoren. Auch der Notbremsassistent reagierte nicht wie er sollte. Einmal löste sich während der Fahrt sogar eine Kunststoffabdeckung.

Dazwischen noch eine Rückrufaktion von Nissan wegen einer fehlerhaften Schlauchbefestigung.

Foto: MSK News

Ich stand unzählige Male in der Werkstatt. Weder ich noch die Mechaniker waren darüber sonderlich begeistert, allerdings wurde ich immer sehr freundlich behandelt. Man wusste ja, dass ich nichts für die Fehler konnte. Außerdem hatte auch ich besseres zu tun, als ständig beim Händler zu stehen.

Aber es wurde einfach nicht besser. Nach einiger Zeit begann das Gaspedal bei jeder kleinsten Betätigung laut zu quietschen. Der Reparaturversuch eines Mechanikers der es gut meinte, machte es nur noch schlimmer. Das Pedal wurde schließlich getauscht. Später auch die komplette Abdeckung der Mittelkonsole weil sich diese verzogen hatte.

Dann traten während der Fahrt plötzlich laute Windgeräusche auf. Ich tippte auf eine kaputte Fensterdichtung, doch beim aussteigen sah ich schon deutlich das Problem. Eine Abdeckung bei der Frontscheibe hatte sich gelöst, sie wurde mir ersetzt.

Ich konnte es kaum noch glauben, es stieg Wut in mir auf. Konnte es sein, dass Autos generell immer schlechter wurden, oder hatte ich einfach nur verdammt viel Pech? Die Frage wurde mir im Internet aber auch in persönlichen Gesprächen beantwortet. Viele klagen über Rückrufe, kleine und große Fehler. Vor allem die Elektronik sorgt häufig für Fehler bei neueren Fahrzeugen.

Ein flüchtiger Bekannter hatte sich auch den Navara Trek -1 gekauft. Er erzählte uns von seinen Erfahrungen, diese waren nicht um so viel besser als unsere. Unter anderem mussten die LED-Zusatzscheinwerfer mehrfach getauscht werden und er hatte sogar einen Riss im Motorblock. Außerdem auch einen extrem hohen AdBlue Verbrauch. Bei uns lag dieser hingegen sogar unter den Angaben des Händlers.

Auto Nr. 7 wurde wieder ein Juke

Insgesamt betrachtet, hatten wir mit dem Nissan Juke noch die wenigsten Probleme.
Als ich 2020 ein gutes Angebot bekam, dass Navara Sondermodell gegen einen neuen Juke mit toller Ausstattung einzutauschen, machte ich eine ausgiebige Probefahrt über das gesamte Wochenende.

Foto: MSK News

Nach tagelanger Überlegung habe ich mich für den Fahrzeugwechsel entschieden. Dabei spielte auch der deutlich geringere Verbrauch und Einsparungen bei der Versicherung eine Rolle. Aber ehrlicher Weise auch das sportlichere Fahrverhalten und die Ausstattung.

Der Nissan Juke ist unser aktuelles Fahrzeug. Ich weiß nur nicht, wie lange noch…

Es musste ja so kommen

Die Freude währte nicht besonders lange. Schon nach wenigen Hundert Kilometern bemerkte ich Probleme mit den Sensoren.

Begonnen hat es damit, dass der Totwinkelassistent nach einer Erkennung quasi hängen blieb. Der Außenspiegel zeigte dauerhaft ein Fahrzeug im toten Winkel an, dass gar nicht mehr da war. Nur der Neustart des Fahrzeuges hilft in so einem Fall.

Foto: MSK News

Software Fehler

Im Grund das geringste Problem ist die bescheidene Software. Aber sie nervt gewaltig!
Wer auch immer für das System im Juke verantwortlich ist, falls du das hier liest: Bitte wechsle deinen Job. Versuche es doch mal als Baumschubser oder Crash Test Dummy!

Was mich so stört? Beginnen wir einmal damit, dass man die Icons am Display sehr genau antippen muss. Davor hat mich auch der Händler gleich mal gewarnt. Am Stand kein Problem, aber während der Fahrt?

Dann besitzt der Juke ein automatisches Fernlicht. Das Ding heißt Fernlichtassistent, es ist aber kein Assistent sondern Zwang. Denn es gibt im Menü keine Option, diese Funktion zu deaktivieren. Das würde ich aber sehr gerne, weil sie einfach nicht zuverlässig funktioniert!

Außerdem bleibt der Bildschirm immer wieder teilweise schwarz. Hin und her schalten im Menü kann teilweise helfen, aber nicht immer. Dann bleibt nur noch, dass Fahrzeug kurz abzustellen.
Das ist aber alles noch gar nichts im Vergleich mit dem nächsten Problem!

Foto: MSK News

Grundlose Notbremsungen

Ich hatte schon einige brenzlige Situationen. Immer wieder, das Problem besteht übrigens nach wie vor (!), erkennt der Nissan Juke eine scheinbare Gefahr und leitet dadurch eine Notbremsung ein. Mal nur sehr kurz und dezent, als würde man die Bremse leicht antippen, manchmal aber auch richtig heftig.

Gerade Strecke ohne Gegenverkehr, ein Baum am Rand einer Kurve, eine Autobahnauffahrt, eine Unterführung. Egal welche Situation, egal welches Wetter. Plötzlich fängt die Bremsung an. So etwas darf verdammt noch mal einfach nicht passieren!!!

Laut Händler ist das Problem bekannt, ein Update soll folgen. Schuld soll ein übersensibler Sensor sein.

Wobei, immer tritt dieser Fehler nicht auf. Denn oft genug verabschiedet sich das System mit einer Fehlermeldung… Der Ausfall dauert mal nur einige Sekunden, dann wieder bis zum Neustart des Fahrzeuges.

Foto: MSK News

Und dann wäre da noch das…

Da denkt man, viel schlimmer kann es jetzt eigentlich nicht mehr kommen, da steht auch schon die nächste Katastrophe vor der Tür. Nein, in diesem Fall meine ich nicht die Schwiegermutter, sondern die nächsten Fehlermeldungen am Display.

Wobei ich hier deutlich anmerken muss, dass der Grund dafür noch nicht abschließend geklärt ist! Mein Fahrzeug steht nämlich aktuell genau wegen diesen Fehlermeldungen (siehe unten), in der Werkstatt.
Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass mein Auto gerade einmal 12.000km gelaufen und noch kein Jahr alt ist?

Laut Mechaniker ist es ein Marderschaden, ich bin mir da nicht so sicher. Ein abschließendes Urteil erlaube ich mir aber erst, wenn die Teile ausgebaut und von einem Sachverständigen angesehen wurden. Ich habe daher ausdrücklich darum gebeten, die Teile für mich aufzuheben.

Auffallend ist jedenfalls, dass ein sehr ähnlicher, jedoch viel geringerer Schaden, auch am Leihwagen, ebenfalls ein Nissan Juke, zu sehen ist. Und zwar noch bevor er je bei uns stand! Festgestellt habe ich das nur zufällig, weil ich sehen wollte wie die Teile unbeschädigt aussehen.
Es wäre meiner Meinung nach möglich, dass der Schaden entweder schon beim Händler entstand oder es sich um einen Materialfehler handelt.

Außerdem hatten wir noch niemals einen Marderschaden. Auch meiden Marder Licht, Hunde und Katzen. Von allen drei gibt es bei uns mehr als genug. Ganz ausschließen kann ich es aber natürlich (noch) nicht.

Foto: MSK News

Nissan, wir müssen reden!

Fehler passieren, darüber muss man nicht diskutieren. Auch ist mir klar, dass ich deutlich häufiger meine Fahrzeuge wechsle als die meisten anderen Kunden. Aber Leute, diese Fehlerhäufung geht einfach nicht. Merkt ihr selber, oder?

Die Foren sind voll mit ähnlichen Erfahrungsberichten, scheinbar interessiert das nur niemanden. Nein, offensichtlich interessiert das niemanden! Denn als ich letztes Jahr eine Anfrage stellte, wurde ich mit einer Standardantwort an meinen Händler verwiesen. Danke für nichts!

Ja, die meisten Probleme wurden kostenlos behoben. Das möchte ich an dieser Stelle auch ausdrücklich erwähnen. Auch hat sich mein Händler wirklich immer sehr bemüht. Das gilt auch für mein aktuelles Dilemma. Am Freitag Vormittag mal eben spontan vorbeikommen können ist nicht selbstverständlich. Das Auto wurde binnen 30 Minuten vom Mechaniker unter die Lupe genommen und binnen 1 Stunde hatte ich ein kostenloses Leihauto. Aber, dass ist das tolle Service meines Händlers, nicht der Verdienst von Nissan!

Allerdings kostet es mich trotzdem jedes Mal Zeit und Nerven. Ich bin aus beruflichen Gründen auf mein Fahrzeug angewiesen! Es ist auch oft einfach unmöglich, kurzfristig ein Automatik-Leihauto mit Anhängevorrichtung zu bekommen.

Ich weiß noch nicht, ob ich Nissan eine 8. Chance gebe. Einerseits gefallen mir die Fahrzeuge, die Ausstattung ist Top, meinen Händler würde ich vermissen. Andererseits ist meine Schmerzgrenze so gut wie erreicht!

In diesem Sinne, Nissan wir müssen reden!

Update 05.04.2021

Schon 2 Tage nach dem angeblichen Marderschaden hatte ich mein Auto zurück. Laut Werkstatt wurde mittels Softwareupdate auch der übernervöse Notbremsassistent des Nissan Juke gezügelt. Worauf vergessen wurde ist der Fernlichtassistent, der ist noch immer aktiviert. Oder kann man den gar nicht ausschalten?

Einige Tage sah es richtig gut aus. Der Notbremsassistent hat sich nicht mehr gemeldet, auch sonst konnte ich keine vorherigen Fehler feststellen. Doch die Freude währte nur kurz. Gestern ging es nämlich wieder so richtig los!

Zuerst merkte ich, dass die linke Anzeige des Totwinkelassistenten doch wieder hängen blieb. Kurz darauf auch sein rechter Kollege.

Navigationshölle

Und dann trat auch noch ein neuer Fehler auf. Das Navigationsgerät konnte plötzlich, von einer Sekunde auf die andere, keine Route mehr berechnen.

Gerade noch hatte uns das GPS perfekt zum Ziel geführt. Dann wollte ich einen neuen Zielort eingeben, doch als Meldung kam nur “System konnte keine Route finden. Nun gut, wir befanden uns etwas Abseits der nächsten Straße, aber unter freiem Himmel und normalerweise kommt dann der Hinweis “Bitte fahren Sie auf eine digitalisierte Straße“ (aus dem Gedächtnis aufgeschrieben).

Dennoch fuhren wir auf die nächste größere Straße und ich versuchte es wieder. Das Navi zeigte uns an der richtigen Stelle an. Auch die angezeigten GPS-Koordinaten stimmten laut Google Maps. Doch es kam wieder eine Fehlermeldung. Ganz egal ob wir nur zwei Straßen weiter, in eine andere Stadt oder zu einem Sonderziel navigieren wollten. Auto abstellen und warten brachte da auch nichts.

Foto: MSK News

Mittels Google Maps auf dem Smartphone navigierten wir zum nächsten Ziel… Zwischendurch versuchten wir es immer wieder auch mit dem Auto-Navi, jedoch ohne Erfolg. Stunden später ging es plötzlich wieder!

Ich fürchte, dass wird nicht mein letztes Update gewesen sein…

Update 08.04.2021

Leider sollte ich recht behalten. Heute, also nur 3 Tage nach meinem letzten Update, tauchte während der Fahrt auf der Autobahn die nächste Fehlermeldung auf.

Naja, nichts neues soweit. Wie man am Gesamtkilometerstand gut erkennen kann, ist der gleiche Fehler bereits vor knapp 1.000 Kilometer aufgetreten. Dazwischen waren wir in der Werkstatt.

Foto: MSK News

Wir warten gespannt was als nächstes kommt!

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