Kaum ein Thema wird so heiß und unerbittlich diskutiert wie die Kindererziehung. Jeder hat seine Meinung, viele denken sie hätten die perfekte Methode und könnten anderen erklären wie man es richtig macht. Kleiner Spoiler: Nein, ich habe keine Kinder, behaupte aber auch nicht es besser zu können als die vielen Eltern da draußen die jämmerlich versagen.

Es gibt sie, wir haben es selber bereits erlebt! Kleine und große Kinder die nicht randalieren, die nicht hysterisch schreien bis sie bekommen was sie wollen und die, es geschehen offensichtlich doch Wunder, nicht das Eigentum anderer mutwillig zerstören. Leider treffen wir in unserem Alltag jedoch zumeist auf genau die andere Sorte Nachkömmlinge. Verzogene kleine Drecksgören deren Fehlverhalten auch noch gelobt wird. Womit wir auch schon beim eigentlichen Problem sind, den Erzeugern dieser Ausgeburten der Hölle!

Kinder kommen nicht böse auf die Welt. Na gut, manche vielleicht, keine Ahnung. In den allermeisten Fällen werden sie aber zu dem gemacht was sie sind. Soziale Lebewesen oder angehende Schwerverbrecher. Je nach Erziehung und Umfeld. Wobei auch der eigene Charakter eine gewichtige Rolle spielt. Davon sind wir überzeugt.

Die Horde rennt

Das klingt jetzt vermutlich so, als würde ich Kinder hassen. Das ist nicht so! Ich hasse viel mehr Eltern, die ihren Kindern weder Grenzen setzen noch beibringen, was Recht und Unrecht ist.

Freitag Nachmittag, gerade sind wir noch in aller Ruhe am arbeiten, da zieht mal wieder das Unheil auf. Die Nachbarin über uns erhält Besuch von ihrer Tochter und deren 4 Kinder.
Das könnte uns eigentlich egal sein (und wäre es auch), würde man sie nicht schon beim aussteigen aus dem Auto kreischen und streiten hören. Kind 1 schreit Kind 2 an, Kind 3 heult, Mama brüllt Kind 1 und 2 an. Alles wie immer…

Bis die Horde durch das Stiegenhaus nach oben gelaufen ist, vergeht einige Zeit. Da wird erst die Haustüre kräftig zugedroschen, dann regelmäßig gegen das Stiegengeländer geschlagen weil das so schöne Geräusche macht. Dann beginnt auch schon der Streit wer die Oma als erstes begrüßen darf, wieder gibt es geheule. Das ist der übliche Auftakt für ein ruheloses Wochenende…
Weiter geht es mit Streit und noch mehr geheule. Aber nicht in der Wohnung, nein im Stiegenhaus, bloß keine Ruhe aufkommen lassen. Häufig schlafen wir dann irgendwann spät Abends ziemlich genervt ein, weil wir bis weit nach 22 Uhr mit Getrampel, Kindergeschrei und sonstigem Lärm wach gehalten werden. Dazwischen fliegen immer mal wieder Gegenstände wie z.B. Spielzeuge vom Balkon auf unser darunter geparktes Fahrzeug. Wochenenden und Feiertage können ja so erholsam sein…

Ja aber könnte man die Familie nicht freundlich bitten etwas leiser zu sein? Sicher doch, hat nur die letzten 20 Mal (es waren eher mehr) nicht geklappt. Totschlagargument: Ihr habt keine Kinder, ihr versteht das nicht.

Stimmt, wir haben keine Kinder. Und wir wollen auch keine. Denn Kinder großzuziehen ist keine einfache Aufgabe. Das kann man nicht mal eben machen während man gleichzeitig 2 Unternehmen führt und deutlich über 40 Stunden pro Woche arbeitet. Es bliebe nur, das Kind schnellstmöglich in fremde Hände zu geben. Es kann allerdings nicht das Ziel sein ein Kind in die Welt zu setzen, um das man sich nicht angemessen kümmern kann. Das wäre, unserer Meinung nach, verantwortungslos und passiert ohnehin schon viel zu häufig.

Nicht brav aber anständig

Nein, Kinder müssen nicht immer brav und ruhig sein. Sie sind keine Roboter, wollen sich bewegen und das ist auch gut so. Streiten, weinen, lachen und vieles mehr gehört zum Leben dazu. Deswegen muss ein Kind aber noch lange nicht alles uneingeschränkt dürfen. Gewisse Grenzen sind wichtig! Auch weil das Kind es sonst irgendwann vielleicht auf die harte Tour lernen muss oder im Gefängnis landet.

Es ist sicher nicht zu viel verlangt, einem Kind gewisse Spielregeln beizubringen. Häufig scheitert es allerdings schon an den einfachsten Dingen. Tue keinem anderen weh, lüge nicht, stehle nicht, mache nichts absichtlich kaputt. Aber das sind nur Wunschträume.
Noch schlimmer, manche Eltern erziehen ihre Sprösslinge regelrecht zu Verbrechern. Kinder sind strafunmündig, werden daher immer wieder z.B. zu Diebstählen angehalten.

Was dabei herauskommt, liest man dann täglich in den aktuellen Meldungen. Kinder und Jugendliche die ihre “Karriere“ als Dieb beginnen und das halbe Leben im Gefängnis verbringen? Davor verschließen viele Erzeuger lieber die Augen. Das sind ja nur die Kinder der anderen, die eigenen Kinder sind viel besser.

Aber was verstehen wir schon davon, wir haben ja keine Kinder…