Bereits im Oktober 2017 veröffentlicht, erfreut sich MudRunner unter Offroad-Fans noch immer großer Beliebtheit.

Immer wieder befindet sich das Spiel im Sonderangebot, so auch zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels. Aktuell kann man 80% sparen. Grund genug für uns, dass Spiel genau unter die Lupe zu nehmen.

  • Veröffentlichung: Oktober 2017
  • Plattform: PC
  • Entwickler: Saber Interactive
  • Publisher: Focus Home Interactive
  • Erhältlich bei: Steam

MudRunner ist die ultimative Offroad-Simulation. Es setzt die Spieler ans Steuer unglaublicher Geländefahrzeuge und fordert sie heraus, nur mit Karte und Kompass als Hilfsmittel extreme sibirische Landschaften zu durchqueren!

Werbetext Mudrunner

Na wenn das nicht verdammt gut klingt? Also gleich auf ins Getümmel… oder besser gesagt, auf in den Schlamm. Das Tutorial dauert nur wenige Minuten, die Steuerung ist sehr einfach gehalten. Der Spieletester und Schreiber dieses Artikels ist selbst begeisterter Offroad Fahrer, was kann da noch schief gehen? Alles!…

Screenshot: MudRunner / MSK News

Was soll das denn?

Der erste Eindruck: Laaaaangsaaaaaaaam!
Mein erstes Fahrzeug wirkt kraftlos, langsam und quält sich trotz Allradantrieb und Differenzialsperre nur sehr mühsam durch den Dreck. Keine 2 Minuten nach dem Start stecke ich auch schon fest.

Na ja, jedes der Fahrzeuge hat für den Ernstfall eine Seilwinde verbaut, damit kann man sich aus jeder Notlage befreien. Theoretisch… denn dafür muss sich ein Baum oder ein sogenannter Windenzielpunkt in der Nähe befinden, an dem das Seil befestigt wird. Genau so ein Baum wäre richtig toll gewesen, es gab nur halt keinen. Damit war das erste Spiel nach 5 Minuten auch schon wieder beendet.

Nach einigen Versuchen ist man schon klüger, das Spielvergnügen wird dadurch aber nicht unbedingt größer. Anstatt durch die Botanik oder auch nur auf Wegen durchs Gelände zu fahren, nutzt man vorwiegend feste Straßen. Das macht Sinn weil man vernünftig vorwärts kommt, ist aber nicht der Sinn eines Offroad-Games. Also schnell das Fahrzeug gewechselt, ein größerer Truck muss her.

Screenshot: MudRunner / MSK News

Ohje, es wird nicht besser. Der Chevrolet Bison tut sich im Gelände noch schwerer, was auch dem langen Radstand geschuldet ist. Leicht matschige Strecken reichen schon aus um ihn lahmzulegen, die Räder drehen einfach durch. Da wird die Seilwinde zum ständig benötigten Tool.

Darum schnell zurück zum ersten Fahrzeug und üben. Die ganzen positiven Bewertungen im Steam Store können doch kein Zufall sein!

So schlecht ist es dann doch nicht

2 Stunden und dutzende Flüche später fängt das Spiel doch noch an Spaß zu machen.
Scheinbar habe ich mich an die Geschwindigkeit des Spiels gewöhnt oder komme zumindest besser damit klar.

Anstatt stumpf von A nach B zu gondeln, versuche ich nun den besten Weg zu finden und umfahre schlammige Passagen so gut es geht. Ab und an bleibe ich dennoch stecken, damit kann ich gut leben. Fast immer ist die Seilwinde der Retter in der Not. Bei echten Offroad-Ausfahrten läuft ja auch nicht immer alles glatt, so wird das Spiel sogar noch etwas realistischer.

Ok, die Grafik ist gefühlt deutlich älter als 3 Jahre, geschätzt hätte ich eher 5-6 Jahre. Aber bei einem Kaufpreis von 7,50 Euro inkl. aller DLCs darf man darüber echt nicht meckern. Außer vielleicht über die Cockpit Ansicht… Wörter wie Grausam oder Augenkrebs kommen mir dabei in den Sinn. Einstimmige Meinung der Redaktion: ,,Das sieht aus wie die Aufkleber auf Lego“. Ein vernichtender aber durchaus berechtigter Vergleich!

Screenshot: MudRunner / MSK News

Gameplay

Die Steuerung mit Maus und Tastatur ist gewöhnungsbedürftig. Vor allem die Lenkung macht Probleme. Ein Lenkrad ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Zwar gibt es Aufgaben zu erledigen, die sind aber mit zwei Worten erklärt. Abholen und abliefern. Mehr gibt es nicht zu tun! Hole Holz, bringe es zum Sägewerk. Hole den Anhänger, liefere ihn ab. Langzeitmotivation? Keine Spur!

Die Welt ist klein und leer. Als Spieler von z.B. Fallout 4 (ja das hat nichts mit Offroad zu tun, ich weiß) kommt einem die Welt in MudRunner vor wie ein kleiner Hamsterkäfig. Hier und da ein Haus, dazwischen viel Matsch und ein paar Straßen. Jedoch gibt es weder NPCs noch andere Fahrzeuge, auch Tiere haben wir noch keine entdecken können. Das ist toll für alle die sich nur aufs Fahren konzentrieren wollen und denen alles andere egal ist. Uns ist das aber zu wenig.

Würde wenigstens die Fahrphysik perfekt sein, könnte man über vieles andere hinwegsehen. Aber auch da läuft es nicht rund. Kleinere Fahrzeuge neigen beim Beschleunigen zu instabiler Fahrweise. Gerne beginnt das Heck in Kurven zu schlingern, gleichzeitig hatte ich aber das Gefühl, recht langsam unterwegs zu sein. Das passt einfach nicht zusammen und fühlt sich daher komisch an.

Mit einem Pickup und aktiviertem Allradantrieb zu driften ist wirklich eine interessante Erfahrung…
Ist das noch ein Bug oder schon ein Feature? Ach, wenn wir schon beim Thema sind, große Bugs konnten wir nicht feststellen, nur ab und an hat das Spiel so seine Momente und ein Truck fährt durch Strukturen oder hebt einfach ab.

Fazit

Wer auf schweres Gelände, viel Tüftelei und wenig Ablenkung steht, wird mit MudRunner sicher glücklich werden. Mir persönlich ist das aber zu wenig, vor allem weil das Spiel einige gewaltige Schwächen hat.

Wer es sich zulegen möchte, sollte auf eine Aktion warten oder lieber gleich zu SnowRunner greifen.

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