Wie berichtet, fand ein Bekannter am Vormittag des 30. August 2020 die Leiche einer 81-jährigen Salzburgerin, in ihrer Wohnung in Salzburg-Maxglan, nachdem sie mehrere Tage nicht mehr erreicht werden konnte. Bei der Auffindung war die Frau in eine Stoffbahn eingewickelt und wies mehrere Stichverletzungen auf.

Die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion ergab, dass die Leiche insgesamt 28 Stichverletzungen aufwies. Todesursache war Verbluten.

Die Wohnung war durch den Täter offensichtlich penibel gereinigt worden. Dennoch gelang es den Kriminalisten, zahlreiche Spuren am Tatort zu sichern. Eine passende Tatwaffe, vermutlich ein größeres Messer, konnte am Tatort nicht aufgefunden werden. Als wahrscheinlicher Tattag wurde der 27. August 2020 ermittelt.

Umfangreiche Ermittlungen

In den folgenden Tagen und Wochen erfolgten umfassende Ermittlungen im Bekanntenkreis, Hausbefragungen sowie Befragungen im näheren Umfeld des Wohnhauses. Die Bewohner aller 96 Wohnungen im Objekt wurden befragt. Die Ermittlungen zum Opfer ergaben, dass die alleinstehende Frau sehr zurückgezogen lebte und wenig Kontakt zu Bekannten pflegte. Zudem schöpften die Kriminalisten alle technischen und rechtlichen Möglichkeiten aus, ohne jedoch einen konkreten Durchbruch zu erzielen. Bei allen Kontakt- und Gelegenheitspersonen wurden erkennungsdienstliche Behandlungen zum weiteren Abgleich mit den vorhandenen Spuren durchgeführt. Insgesamt wurden knapp 100 DNA-Abriebe durch das Gerichtsmedizinische Institut Salzburg untersucht und ausgewertet. Mindestens dreizehn dieser DNA-Spuren, welche an der Leiche und im gesamten Wohnbereich gesichert wurden, konnten einem einzigen männlichen Verursacher zugeordnet werden. Der Abgleich in den nationalen und internationalen Datenbanken verlief jedoch negativ.

Auf Anregung der Staatsanwaltschaft wurde dann im Jänner 2021 ein Kriminalpsychologe zu den Ermittlungen hinzugezogen. Aufgrund des kriminalpsychologischen Gutachtens konzentrierten sich die Ermittlungen auf alleinstehende Männer, die zur Tatzeit im Haus lebten. Insgesamt kontaktierten die Ermittler 37 Männer, befragt sie und baten sie zur freiwilligen DNA-Abnahme. Alle 37 Männer kamen dieser Aufforderung nach.

Auf Basis der Ermittlungserkenntnisse und des kriminalpsychologischen Gutachtens ordnete die Staatsanwaltschaft dann die Reihenuntersuchung dieser DNA-Proben und den Vergleich mit den Tatortspuren an. Diese Untersuchungen und Auswertungen fanden in den letzten Wochen statt. Am gestrigen Tag erfolgte die Verständigung des Gerichtsmedizinischen Institutes Salzburg, dass ein Treffer erzielt werden konnte.

DNA Treffer

Die dreizehn am Tatort gesicherten DNA-Spuren konnten einem 61-jährigen Österreicher zugeordnet werden, der bis Anfang August 2021 im Haus des Opfers lebte. Dann verzog er nach Wiener Neustadt in Niederösterreich. Noch am Abend des gestrigen Tages ordnete die Staatsanwalt Salzburg eine gerichtlich bewilligte Festnahmeanordnung und zwei Hausdurchsuchungen an. Die Ermittler nahmen den Mann noch in den gestrigen Abendstunden in seiner Wohnung in Wiener Neustadt fest und vollzogen die Hausdurchsuchungen. Der 61-jährige Tatverdächtige wurde heute in den Vormittagsstunden vernommen, wobei er jeglichen Tatzusammenhang bestritt. Der 61-jährige Pensionist ist nicht vorbestraft.

Die Auswertung der bei den Hausdurchsuchungen sichergestellten Gegenstände ist im Laufen. Der dringend Tatverdächtige wird noch heute in die Justizanstalt Salzburg eingeliefert.