Häufig dienen Filme oder reale Ereignisse als Vorbild für Computerspiele. Doch zumindest dieses eine Mal lief es ganz anders. Während uns Covid-19 nun etwas über ein Jahr lang beschäftigt, gab es in dem Computerspiel World of Warcraft bereits vor Jahren eine große Pandemie.

Nein, es gehörte nicht zum Spiel, war also nicht geplant. Es war vielmehr ein Versehen, dass knapp 6 Millionen Spieler reihenweise virtuelle Tode sterben bzw. die Seuche in die ganze Welt verbreiten ließ.

Ein Update im September 2005 hatte ungeahnte Folgen. Ein simpler Programmierfehler war der Auslöser.
In einem sogenannten “Dungeon“ einem eigenen, eigentlich vom Rest komplett getrennten, Bereich der Spielwelt sollte zusammen mit anderen Spielern der Boss “Hakkar“ getötet werden. Soweit nichts besonderes, wäre da nicht der besagte Fehler gewesen. Und so nahm die Online-Pandemie ihren Lauf:

Kleiner Fehler – Große Auswirkung

Der Endboss verteilte auf die Spieler einen Fluch namens “Verdorbenes Blut“. Der Fluch verursachte alle 2 Sekunden bis zu 337 Schadenspunkte und konnte zusätzlich auch noch auf andere Spieler in der Nähe überspringen. Der Effekt sollte nur in diesem Dungeon bestand haben, also in der restlichen Welt keine Auswirkung haben. Und damit wären wir auch schon beim Problem angelangt. Denn Jäger konnten ihre tierischen Begleiter zurückrufen und wieder zu sich holen. Wurde nun ein mit dem Fluch belegtes Tier zurückgerufen und nach der Instanz in der offenen Welt wieder hergerufen, war es weiterhin infiziert!

Da Spieler mit geringerer Stufe über nur wenige Lebenspunkte verfügten, starben sie bei einer Infektion binnen kürzester Zeit. Größere Städte und andere Orte an denen viele Spieler aufeinander trafen, waren somit innerhalb von wenigen Tagen mit Leichen übersät.
Für die Verbreitung in der Welt sorgten wiederum Spieler mit höherer Spielstufe. Sie hatten bei ihrer Reise durch die Welt, wie auch bei realen Pandemien, Kontakt zu anderen Spielern und infizierten diese somit. Noch schlimmer machte es folgende Tatsache: Sogenannte “NPCs“, also Computercharaktere im Spiel, konnten ebenfalls von der Krankheiten befallen werden, starben jedoch nicht daran.

Patch gegen das Sterben

Der Programmierfehler wurde schnell entdeckt und behoben, die virtuelle Seuche damit gestoppt. So einfach ist es bei Corona natürlich leider nicht. Doch konnte man interessante Daten sammeln und gibt es Parallelen zwischen dem Verhalten der Spieler und dem Verhalten der Menschen in der Corona-Pandemie.

Manche Spieler versuchten absichtlich andere zu infizieren, einige taten sich zusammen um zu helfen. Es gab Verschwörungstheorien und viel Verunsicherung. Alles Dinge die wir von der aktuellen Situation kennen.

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