Gute Nachtsichtgeräte sind relativ teuer. Wärmebildkameras hingegen sind teilweise sogar in Smartphones verbaut. Da stellt sich für manchen Outdoor-Fan die Frage: Kann man eigentlich eine Wärmebildkamera als Ersatz für ein Nachtsichtgerät nutzen?

Auch im Sicherheitsbereich und für die Krisenvorsorge wäre es sehr nützlich ein einziges Gerät zu haben, dass beides kann. Daher sind wir dieser Frage nachgegangen.

Funktionsweise

Nachtsichtgeräte und Thermalkameras unterscheiden sich grundlegend in deren Funktionsweise.

Nachtsichtgeräte sind eigentlich Restlichtverstärker. Das heißt, sie verstärken das wenige vorhandene Licht, z.B. von Mond, Sternen oder künstlicher Beleuchtung, und hellen damit die Umgebung auf. So werden Dinge sichtbar, die das menschliche Auge ohne technische Unterstützung nicht mehr wahrnehmen könnte.

Foto: MSK News

Zusätzlich verfügen viele Geräte über eine integrierte Infrarotbeleuchtung. Das Infrarot-Licht ist für das Auge nicht sichtbar, kann aber von dem Gerät genutzt werden. So sieht man auch bei vollkommener Dunkelheit noch sehr gut.

Wärmebildkameras hingegen machen die Wärme sichtbar, die von Objekten abgestrahlt wird. Durch die Temperaturunterschiede der einzelnen Oberflächen bzw. Objekte, sowie der Umgebung, entsteht ein farbige Darstellung des aufgenommenen Bereichs.

Entsprechende Kameras gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Preisklassen. Darunter sind auch Modelle, die man direkt an ein Smartphone steckt. Bequemer ist die Nutzung jedoch , wenn die Thermalkamera direkt in das Smartphone integriert ist. Dann gibt es da noch Handgeräte.

Foto: MSK News

Unsere Tests

Alle unsere Versuche haben wir mit dem Cat S61 Smartphone durchgeführt. Das Handy ist robust, wasserdicht und verfügt vor allem über eine integrierte Wärmebildkamera. Auch das Foto oben haben wir damit gemacht.

Wir versuchten es im Freien und in verschiedenen Gebäuden. Während sowohl die Vorschau als auch die aufgenommenen Bilder am Tag wirklich gut wurden und klar erkennbar war, was fotografiert wurde, sah es bei Dunkelheit schon wieder anders aus. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, wie die Kamera arbeitet.

Um eine deutliche und möglichst kontrastreiche Aufnahme zu erhalten, wird das Bild der normalen Kamera mit dem Bild der Wärmebildkamera kombiniert. Bei Dunkelheit fehlt die Information der normalen Kamera, wodurch nur noch die Wärmeabstrahlung sichtbar ist. Die ist jedoch je nach Situation und Umgebung oft nicht aussagekräftig genug um sich z.B. bei einem Nachtspaziergang orientieren zu können.

Einige Beispiele und weitere Infos sind in den Videos unten zu sehen.

Videos

Und wenn wir schon beim Thema sind, können wir auch gleich über ein paar Fakten und Mythen zu Thermalkameras aufklären.

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