Seit SSD-Speicher für uns Anwender erschwinglich geworden sind, herrscht rege Diskussion darüber, ob diese Festplatten trotz des höheren Preises nicht generell die bessere Wahl sind. Und tatsächlich, sie haben gewisse Vorteile. Man sollte jedoch auch die Nachteile kennen. Denn nicht für alle Zwecke sind sie die bessere Wahl!

SSD und HDD haben zwei Dinge gemeinsam: Sie bieten immer mehr Platz für Spiele und Daten, für immer weniger Geld. Technisch unterscheiden sie sich jedoch grundlegend.

Die gute alte Festplatte

Ja, es gibt sie noch. Nach wie vor werden die guten alten Hard Disk Drive hergestellt und vielfach in Computern verbaut. Umgangssprachlich kennt man sie als Festplatte. Vor 20 Jahren waren Festplatten mit 200GB noch nahezu unleistbar. Heute zahlt man für ein Modell mit 2 Terabyte (2000 GB) unter 60 Euro.

Technisch betrachtet ist diese Speicherart schon ein kleines Meisterwerk. Die Daten werden magnetisch auf der Oberfläche rotierender Scheiben hinterlegt. Sowohl Schreib- als auch Lesevorgang erfolgen berührungslos, ein mechanischer Arm schwebt dabei auf einem Luftpolster mit geringstem Abstand über die Scheiben.

Foto: Fellner Manfred / MSK News

Die Festplatte besteht aus vielen, großteils mechanischen, Einzelteilen. Dennoch ist sie an sich relativ unempfindlich gegen Vibrationen und Stöße. Jedoch nur, wenn sich der Schreib- und Lesekopf dabei in der Parkposition befindet. Während des Betriebs kann eine starke Erschütterung zum sogenannten Header Crash führen. Das heißt, der Schreib- und Lesekopf setzt auf der sich drehenden Scheibe auf und kann dabei schwere Schäden verursachen.

Hiermit sind wir auch schon beim größten Nachteil der HDD angelangt. Ein mobiler Einsatz ist mit hohen Risiken verbunden. Das wird beim PC zu Hause natürlich keine große Rolle spielen, bei Notebooks die mobil verwendet werden sollen, jedoch sehr wohl.

Weitere Nachteile, im Vergleich mit SSD-Speicher, sind eine relativ hohe Wärmeentwicklung, vor allem bei schnell drehenden Platten, sowie ein höherer Energiebedarf. Dazu kommt, dass SSD oft deutlich schneller beschrieben und gelesen werden können.

Im ersten Moment spricht also eigentlich alles für die Solid State Disk. Ganz so einfach ist es aber nicht!

Solid State Disk

Gänzlich anders als HDD funktionieren die SSD. Hierbei handelt es sich nämlich um einen rein elektronischen Speicher. Mechanische Komponenten sucht man hier also vergeblich. Daher arbeitet er auch absolut geräuschlos.

Sogenannte Flash- oder SSD-Speicher sind deutlich teurer als HDD. Eine SSD mit 2 Terabyte kostet aktuell etwa 170 bis 200 Euro. Für die gleiche Speicherkapazität bezahlt man also etwa drei Mal so viel wie bei einer HDD. Besonders schnelle Modelle können noch einmal doppelt so teuer sein!

Außerdem haben sie eine relativ begrenzte Lebensdauer. Warum werden SSD dennoch so häufig empfohlen und natürlich auch gekauft? Das liegt daran, dass diese Speicher auch große Vorteile haben. Dazu zählt, dass diese Speicher unempfindlich gegenüber Vibrationen und Stößen sind.

Wie schon erwähnt, können herkömmliche Festplatten im Betrieb recht warm werden. Zusätzlich zum bauartbedingt höheren Energieverbrauch, benötigt man somit weitere Energie zur Kühlung des Geräts. Insbesondere in mobilen Computern sparen Solid State Disk also Energie und gleichzeitig auch noch Platz.

In Gaming-PCs sind SSD aufgrund ihrer Reaktionsgeschwindigkeit ebenfalls sehr beliebt. Für manche Spiele ist ein SSD-Speicher bereits jetzt absolute Grundvoraussetzung für annehmbare Ladezeiten und flüssiges Gameplay.

Auch wer häufiger mit großen Datenmengen arbeitet, dies ist z.B. bei der Videobearbeitung der Fall, wird eher zum SSD-Speicher greifen. Und doch ist nicht alles Gold was glänzt! Es gibt, neben dem hohen Preis, einen weiteren Grund um doch weiter auf die herkömmlichen HDD zu setzen.

Sowohl HDD als auch SSD haben eine begrenzte Lebensdauer. Theoretisch rechnet man bei beiden Speicherarten mit bis zu 10 Jahren Einsatzzeit. In der Praxis wird die HDD durch mechanische Abnutzung, die Wärmeentwicklung sowie Vibrationen und Stöße eher 5-8 Jahre halten. In mobil genutzten Geräten wie Notebooks noch kürzer.

Die SSD wiederum hat nur eine begrenzte Anzahl an Schreibzyklen. Je nachdem wie häufig also Daten auf den Speicher geschrieben werden, ist er evtl. schon nach 3-5 Jahren am Ende seiner Lebensdauer angelangt.
Intelligente Algorithmen sollen die Schreibvorgänge verteilen und damit für eine längere Haltbarkeit des Speichers sorgen, im Endeffekt hängt es aber von der Nutzungsintensität ab, wie schnell man für Ersatz sorgen muss.

Fazit

Je nach Einsatzzweck haben sowohl HDD als auch SSD entsprechende Vorteile. Grob zusammengefasst kann man jedoch folgendes festhalten:

Für mobile Geräte und wenn es auf die Geschwindigkeit ankommt, sind SSD-Speicher zu bevorzugen.
Geräte mit sehr vielen Schreibzugriffen, also Backup Systeme oder NAS sollten jedoch eher mit HDD ausgestattet werden.

SSD-Speicher hat übrigens jeder von uns schon einmal verwendet. USB-Sticks und Speicherkarten arbeiten nämlich auf diese Art.

Foto: Fellner Manfred / MSK News