SUVs sind viel zu groß für die Stadt, verbrauchen Unmengen an Treibstoff und sind gefährlich für Fußgänger. Pick Ups hat man nur zum Angeben, niemand braucht solche Fahrzeuge und unter 15 Liter auf 100km kann man sie gar nicht fahren.

Falls Sie der gleichen Meinung sind und echte Fakten lesen wollen, oder selbst so ein Fahrzeug fahren, sollten Sie jetzt weiterlesen.

Als langjährige Fahrer eines Pick Ups haben wir wohl schon so ziemlich jedes Vorurteil und auch schon einige Beleidigungen gehört. Wie so oft, werden Dinge verbreitet, die man von jemandem gehört hat, die diese Person wiederum gelesen hat. Die Fahrer von SUVs und Pick Ups wiederum, sind von ihren Fahrzeugen überzeugt.

Die Wahrheit ist, dass jedes Fahrzeug Vor- und Nachteile hat. Und diese kann man durchaus auch sachlich ansprechen!

Fahrzeuggröße

Im normalen Fahrbetrieb spielt die Größe nur selten eine Rolle. Allenfalls in Baustellenbereichen wird es eng. Hier muss man auf der rechten Spur bleiben, dass trifft aber auch auf viele andere Fahrzeuge zu, da die Autos immer breiter werden.

Etwas spannend wird es jedoch bei der städtischen Parkplatzsuche mit einem Nissan Navara Pickup. Bei einer Länge von 5,33 Meter (+ Anhängerkupplung) sind die meisten Parkplätze einfach zu kurz.

Dank Einparkhilfe, 360° Kamera und mit etwas Geduld, haben wir bisher aber noch immer einen passenden Parkplatz gefunden. Auch in der Stadt.

Fußgängerschutz

Moderne Fahrzeuge werden während der Zulassungsphase ausgiebig getestet. Dabei wird auch untersucht, wie die Auswirkungen bei einem Unfall mit Fußgängern sind. Durch die, im Vergleich mit anderen Fahrzeugen, oft höher liegende Stoßstange, kann es tatsächlich zu schwereren Verletzungen kommen als bei Unfällen mit Kleinwägen. Für die Fahrer massiverer und größerer Fahrzeuge bedeutet dies aber auch mehr Schutz.

Die Kontroverse ist eindeutig. Fahrer von großen Fahrzeugen schwören auf deren Schutz und die SUV-Gegner sehen sich in ihrer Kritik bestätigt. Natürlich kommt es auch auf die Fahrweise an! Wer vorausschauend und umsichtig fährt, tut mehr für den Fußgängerschutz als das am besten konstruierte Auto es könnte.

Fakt ist, dass wir selbst bei 2 unverschuldeten Unfällen, durch die massive Bauweise unseres Pick Ups gut geschützt wurden und ohne Verletzungen davon kamen.

Unfallgefahr

SUVs stellen keine größere Unfallgefahr dar als andere Fahrzeuge. Das belegen auch Daten des statistischen Bundesamtes sowie des Kraftfahrtbundesamtes in Deutschland.

2018 wurden „nur“ 3,7% der tödlichen Unfälle innerhalb Ortschaften, von SUVs verschuldet. Der Anteil von SUVs auf deutschen Straßen beträgt mit 5,6% nicht wesentlich weniger als der Anteil von Kleinfahrzeugen (6,9%). Diese Fahrzeuge waren zu 6,3% Unfallverursacher.

Von einer erhöhten Unfallgefahr kann also keine Rede sein. Doch die mediale Berichterstattung und Vorurteile zeichnen ein anderes Bild. Das kennt man bereits von Berichten über brennende Elektrofahrzeuge usw.

Spritverbrauch

Ja, es gibt sie noch. Die großen Dreckschleudern die unsere Luft verpesten. Sie werden aber immer weniger, denn moderne Fahrzeuge sind viel sparsamer als ihre alten Kollegen. Wir könnten jetzt erzählen, dass wir unseren Nissan Navara immer brav mit knapp über 6 Liter auf hundert Kilometer fahren. Dem ist nicht so, aber es geht durchaus.

Foto: MSK News

Das Foto oben ist kein Fake, die 6,2 l/100km erreichten wir auf einer Langstreckenfahrt. Im Durchschnitt liegen wir mit unserem Euro 6 Fahrzeug bei knapp unter 8 Liter und damit noch deutlich unter so manchem alten Kombi!

Allerdings wird bei der ganzen Diskussion oft vergessen, dass es nicht nur auf den Verbrauch der Fahrzeuge ankommt. Auch die tatsächlich zurückgelegte Strecke muss berücksichtigt werden! Müssten wir unsere Arbeitsgeräte in 2 Fahrzeugen transportieren oder Abholungen in mehreren Fahrten durchführen, wäre dies keinesfalls ökologischer!

Wer braucht so große Autos?

Natürlich kaufen sich auch Personen solche Fahrzeuge, die sie nicht wirklich benötigen. Ob nun wegen der Optik oder warum auch immer. Doch wenn wir diese Diskussion führen, dann können wir auch gleich Cabrios verbieten. Wer braucht schon ein offenes Fahrzeug?

Oftmals werden SUVs und Co. aus gutem Grund gekauft. Forstarbeiter, Jäger usw. benötigen ein geländegängiges Fahrzeug. Selbstständige nutzen sie für den Transport von Waren und Maschinen.

Pick Ups lassen sich mit der entsprechenden Ausrüstung auch schnell in Winterdienst-Fahrzeuge umrüsten. Schneeräumen und Salz streuen zu können, ohne ein weiteres Fahrzeug kaufen zu müssen, hat natürlich große Vorteile.

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