Flugdrohnen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das liegt einerseits an der sehr einfachen Steuerung, andererseits sicher auch an den stark gefallenen Preisen der letzten Jahre. Einsteigermodelle mit Full HD Kamera bekommt man bereits deutlich unter 100 Euro.

Das fliegen mit solchen Drohnen ist ein schönes Hobby. Umso mehr Menschen so eine Drohne besitzen, desto höher ist allerdings auch die Gefahr von Unfällen und Missbrauch.

Modelle

Spielzeugdrohnen

Spielzeugdrohnen sind die kleinste Form und wiegen oft nicht mehr als 150 Gramm. Sie verfügen meistens über keine Kamera und sind vor allem für Innenräume geeignet.

Gedacht sind sie vor allem für Kinder. Teilweise werden sie aber auch für „Rennen“ bzw. „Matches“ eingesetzt.

Mini-Drohnen

Mini-Drohnen wie die DJI Mavic Mini, liegen meist knapp unter 250 Gramm Gewicht. Trotzdem verfügen sie oft über eine hochwertige Kamera und eigenen sich auch gut für Flüge im Freien.

Sie sind optimal um sie immer dabei zu haben und Aufgrund des geringen Gewichts, unterliegen sie in Österreich und Deutschland nur geringsten Beschränkungen. Der Übergang zu den Kamera-Drohnen ist fließend.

Kamera-Drohnen

Diese Art eignet sich sehr gut für tolle Videoaufnahmen! Gute Kamera-Drohnen verfügen über 20-25 Minuten Flugzeit und eine 4k Kamera.
Wir selbst setzen für unsere YouTube Videos teilweise die Parrot Anafi ein.

Je nach Ausstattung sind diese Geräte zwischen 350 Gramm und 2 Kilogramm schwer und haben einen Gesamtdurchmesser bis ca. 50cm.

Video: Survivalplan.at

Sonstige Drohnen

Des weiteren gibt es noch spezielle Industrie- und Transport-Drohnen. Diese spielen auf dem privaten Sektor jedoch so gut wie keine Rolle, da sie sehr groß und teuer sind.

Doch gerade von diesen professionellen Fluggeräten geht, unserer Meinung nach, die größte Gefahr aus.

Gefahren

Absturz

Die Fehlfunktion eines einzelnen Motors kann eine Flugdrohne bereits zum Absturz bringen. Dazu kommen weitere Gefahren durch Vögel und Windböen.

Auf freiem Feld mag so ein Absturz für den Piloten sehr ärgerlich sein, gefährlich wird es aber bei Flügen über Fahrzeuge und Menschen. Selbst kleine Fluggeräte mit 200-300g können, abhängig von Flughöhe und Geschwindigkeit, bei einem Absturz ernste Verletzungen verursachen. Und natürlich Fahrzeuglenker zu gefährlichen Ausweichmanövern verleiten.

Crash

Die meisten Drohnen verfügen nicht über Kollisions-Sensoren. Ein Crash mit Gebäuden, Fahrzeugen und Personen kann also selten automatisch verhindert werden. Doch auch wenn solche Hilfsmittel verbaut sind, blind darauf verlassen darf man sich nicht!

Ein weiteres Risiko entsteht durch eine an sich sehr gute Funktion. Bei einem Verbindungsabbruch kehren einige Modelle automatisch zum Startpunkt zurück (Return to Home).
Dies jedoch auf dem direkten Weg, zuvor steigen sie teilweise auf eine zuvor eingestellte Höhe. Sollte man jedoch z.B. um ein Gebäude herum oder unter etwas hindurch geflogen sein, kann diese “ Heimwehfunktion “ zu einer Kollision führen.

Missbrauch

Sowohl die Reichweite der Drohnen als auch die Kamera Auflösung wird laufend besser. Damit lassen sich unglaubliche Aufnahmen realisieren. Es ermöglicht aber auch, die Drohnen missbräuchlich einzusetzen.

Beginnend bei der Neugierde, was sich in Nachbars Garten abspielt, über “ voyeuristische Fensterbesuche “ bis hin zu Betriebsspionage. So vielfältig die legalen Einsatzmöglichkeiten sind, sind es auch auch die illegalen. Selbst zum schmuggeln von Handys, Zigaretten und Drogen in Gefängnisse, wurden die Fluggeräte bereits benutzt.

Und auch in der Nähe von Flughäfen gibt es immer wieder Probleme. Mehrmals sind bereits Flugzeuge beinahe mit Drohnen zusammengestoßen.

Terror

Zum Tag der Veröffentlichung dieses Artikels, sind uns keine Anschläge mit Drohnen bekannt. Es gibt jedoch Berichte, dass die Terrormiliz IS mit Drohnen experimentiert, die mit Sprengstoff beladen werden sollen. Ein Abwurfsystem für Drohnen, kann man ganz einfach bei Amazon bestellen.

Je nach Modell kann eine Drohne bis zu mehrere Kilogramm Nutzlast tragen. Die DJI Matrice 100 kann z.B. mit mehr als 3 kg beladen werden! Zwar kostet diese Drohne ca. 3.600 Euro, das dürfte Terroristen jedoch ziemlich egal sein.

Welchen Schaden 3 kg Sprengstoff anrichten könnten, kann man sich ja in etwa vorstellen. Und da reden wir noch nicht einmal von biologischen Kampfstoffen oder schmutzigen Bomben! Doch es geht noch einfacher, wie dieses Video beweist!

Video: Welt Nachrichtensender

Und wer sehen will, in welche Richtung sich die Technologie bewegt, sollte sich dieses Video ansehen:

Rechtslage

Bisher hat jedes Land unterschiedliche Vorschriften. In Österreich ist für Drohnen ab einer Bewegungsenergie von mehr als 79 Joule (etwa 250 Gramm Masse) eine Bewilligung der Austro Control sowie eine Drohnen-Haftpflichtversicherung notwendig.

Bis zum Juli 2022 muss die neue EU-Drohnenverordnung umgesetzt werden. In Österreich sollte die Verordnung mit Juli 2020 in Kraft treten, der Corona Virus sorgte jedoch für eine Verschiebung auf 2021. Ab dann entfällt die Bewilligungspflicht, eine einfachere Registrierung wird ausreichen. Die Kosten von bisher ca. 350 Euro, sollen auf 25-30 EUR sinken.

Zukünftig wird es 3 Kategorien geben:

  • Offen
  • Spezifisch
  • Zertifiziert

Die allermeisten Privatnutzer werden sich in der Kategorie „offen“ bewegen, sie umfasst Drohnen von bis zu 25kg.
Die Registrierung erfolgt bei der Austro Control, danach erhält man eine Identifikationsnummer, vergleichbar mit einem KFZ-Kennzeichen. Des weiteren soll es einen verpflichtenden Online-Test geben.

Aufnahmen von Personen sind nur dann erlaubt, wenn diese nicht zu erkennen oder damit einverstanden sind. Aufnahmen von Privatgrundstücken sind ebenfalls nur mit entsprechender Erlaubnis gestattet.

Einfache Regeln

Unabhängig von den Gesetzen, sollte jeder Drohnenpilot immer mit größtmöglicher Vorsicht fliegen und kein unnötiges Risiko eingehen. Daher:

  • Auf sicherem Gebiet üben
  • Flugverbotszonen (Flughäfen usw.) beachten
  • Nie über Straßen, Fahrzeuge und Menschen fliegen
  • Nur auf Sicht fliegen
  • Nicht in der Nähe von Stromleitungen usw. fliegen

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