Gaffer sind oft ein großes Problem. Aber wo ist die moralische und gesetzliche Grenze?
Wann und was darf man eigentlich fotografieren und filmen? Hier gibt es die Antworten!

Wer kennt es nicht? Man steht auf der Autobahn im Stau obwohl es weder einen Unfall noch Verkehrsüberlastung gibt. Doch auf der Gegenfahrbahn hat es gekracht und die lieben Autofahrer müssen natürlich ganz genau schauen, was sich da abspielt. Gaffer sorgen aber nicht nur oft für Verkehrsbehinderungen. Teilweise gefährden sie auch sich und andere.

Eine gewisse Neugierde ist völlig normal. Sie darf nur niemals soweit führen, dass eine Gefahr entsteht oder Gesetze übertreten werden! Unabhängig davon, hat jeder auch eine moralische Verantwortung.

Video: Survivalplan.at

Blogger z.B. haben es häufig recht schwer. Einerseits hat jeder das Recht, über Ereignisse zu berichten. Andererseits wird man ohne Presseausweis häufig als Gaffer abgestempelt. Auch wenn man sich korrekt und rücksichtsvoll verhält. Das manche Blogger sich wie Gaffer aufführen und so mancher Gaffer sich als Blogger ausgibt, macht die Sache auch nicht einfacher.

Regeln und Vorschriften müssen allerdings für alle gelten. Wenn die Feuerwehr einerseits Fotos und Videos von brennenden Autos und Objekten veröffentlicht, man selbst für solche Aufnahmen aber als „Katastrophenvoyeur“ bezeichnet wird, darf man sich über Kritik und Unverständnis nicht wundern.

Für jeden mit Herz und Verstand sollte klar sein, dass man Verletzte, Tote und deren Angehörige nicht abbildet. Es sei denn man ist die Bild oder ein anderes vergleichbares Blatt, dass zum fremdschämen verleitet.
Das hat in erster Linie mit Menschlichkeit zu tun und erst Sekundär mit den geltenden Gesetzen. Auch das man Einsatzkräfte nicht behindert und ihren Anordnungen folge leistet, sollte selbstverständlich sein.

In diesem Sinne geben wir immer unser Bestes, um Sie mit aktuellen Berichten zu versorgen, die einerseits informieren und andererseits weder moralische noch juristische Grenzen übertreten.

Wen darf ich filmen?

Grundsätzlich hat jede Person das Recht am eigenen Bild. Oder anders gesagt: Wer das nicht möchte, darf auch nicht fotografiert bzw. auf Video festgehalten werden. Theoretisch müsste man also jede Person einzeln nach dem Einverständnis fragen. Am besten auch noch schriftlich, da man sonst keinen Beweis hat. Ausnahmen gibt es nur sehr wenige.

Zum Beispiel darf man jederzeit Beweise für ein Verbrechen sichern. Schlägt jemand ein Fenster ein oder überfällt einen Juwelier, kann man ja auch schlecht nach dessen Erlaubnis fragen.
Auch bei Menschenansammlungen wie z.B. Demonstrationen sind Aufnahmen erlaubt. Ebenso erlaubt sind Aufnahmen von sich im Einsatz befindlichen Feuerwehr-Einsatzkräften, wie uns ausdrücklich bestätigt wurde.

Obwohl häufig das Gegenteil behauptet wird, dürfen auch Polizeieinsätze dokumentiert werden!

Foto: Fellner Manfred / MSK News

Was muss ich verpixeln?

Eine ewige Diskussion herrscht um die Verpixelungspflicht bei der Veröffentlichung von Bildaufnahmen. Und hier ganz im Besonderen was Autokennzeichen angeht. Müssen diese also nun verpixelt werden? Eindeutig jein!

Autokennzeichen sind zwar einem bestimmten Fahrzeug (ausgenommen Wechselkennzeichen) zugeordnet. Doch welcher Person das Fahrzeug gehört, kann nicht so ohne weiteres herausgefunden werden. Auch verfügt ein Fahrzeug natürlich nicht über Persönlichkeitsrechte. Daher kommt es auf die Situation an ob man verpixeln muss oder eben nicht.

Hat das Kennzeichen mit dem Zweck des Fotos nichts zu tun, befindet sich also zufällig auf der Aufnahme, muss dieses nicht verpixelt werden. Auch eine Aufnahme mit rein sachlichem Bezug ist unverpixelt erlaubt. Das wäre z.B. der Fall, wenn man das Fahrzeug fotografiert weil es einem gefällt.
Das gilt zumindest immer dann, wenn sich ein Fahrzeug auf öffentlichem Grund befindet.

Wer jedoch die Aufnahme eines Falschparkers unverpixelt online stellt, könnte durchaus schnell Post vom Anwalt erhalten. In der Praxis sind jedoch sowieso die meisten veröffentlichten Aufnahmen verpixelt, da sich kaum jemand auf einen Rechtsstreit einlassen möchte.

Was darf ich nicht filmen?

Unabhängig davon ob man etwas veröffentlicht oder nur für private Zwecke aufnimmt, es gibt klare Grenzen. Verletzte oder Tote dürfen beispielsweise nicht abgelichtet werden. Gleiches gilt für Personen in einer Notlage. Ebenso wenig dürfen Einsatzkräfte bzw. andere Personen behindert oder gar gefährdet werden.

Das Hausrecht ist jedenfalls einzuhalten. Ob auf einem Grundstück bzw. in einem Gebäude Aufnahmen angefertigt werden dürfen, entscheidet immer der Verfügungsberechtigte. Das kann der Eigentümer sein, oder der Mieter. In Geschäften, Krankenhäusern usw. sind Aufnahmen fast immer verboten.

Grundsätzlich gilt: Im Zweifel lieber fragen!