Kaum einer anderen App vertraut man so viele persönliche Informationen an. Doch kaum jemand versteht, was mit diesen Daten geschieht.

Fitness Apps sind weit mehr als einfache Schrittzähler. Sie sammeln rund um die Uhr alle möglichen Daten. Und werden von den Nutzern zusätzlich mit den Daten gefüttert, die sie selbst nicht sammeln können. Der erste Gedanke mag vielleicht sein „was solls, dann weiß die App halt wie viele Schritte ich am Tag mache“. Doch das ist nun mal noch lange nicht alles.

Anhand von „Samsung Health“ zeigen wir Ihnen nun, welche Daten die App sammelt und wie Samsung diese Daten nutzt.

Bevor man mit Samsung Health loslegen kann, muss man den AGBs zustimmen. Haben Sie jemals durchgelesen, welchen Bedingungen man da zustimmst? Vermutlich nicht. Wir früher übrigens auch nicht.
Viel interessanter als die AGBs sind für uns die Datenschutzhinweise. Dort erfährt man, zumindest mehr oder weniger, was Samsung alles wissen möchte und wozu. Mehr oder weniger? Ja, denn Samsung formuliert es zumeist so: „Wir erfassen möglicherweise“. Wozu das geschieht erfährt man genau so wenig. Es heißt z.B. „für bestimmte Zwecke“.

Um fortfahren und die App nutzen zu können, muss man dem ganzen zustimmen. Und schon ist man Lieferant für Daten einer immensen Datenbank. Aber was wird denn nun „möglicherweise“ an Samsung geschickt? Hier bitte:

Gesammelte Daten

  • Email Adressen
  • Namen
  • Postleitzahl
  • Land des Wohnsitzes
  • Benutzername
  • ID
  • Profilbild
  • Mit dem Samsung Account verknüpfte Daten
  • Geburtsdatum
  • Geschlecht
  • Größe
  • Gewicht
  • Herzfrequenz
  • Informationen zum Menstruationszyklus
  • Stoffwechselrate und -umsatz
  • Ausmaß und Art der körperlichen Aktivität
  • Aufnahme von Nahrungsmitteln und Nährstoffen
  • Daten zur Verwendung von Samsung Health
  • Gesendete und erhaltene Nachrichten
  • Einstellungswerte der App
  • Verwendete Funktionen
  • Häufigkeit der Nutzung und Nutzungsdauer
  • Besuchte Websites
  • Kontaktlisten
  • Bilder
  • Musiktitel
  • Kalendereinträge
  • Lesezeichen
  • Weckereinstellungen
  • Inhalte von anderen Apps, Webseiten und Diensten von Drittanbietern
  • Geografischer Standort
  • GPS-, Bluetooth- und WLAN Signale
  • Gerätedaten wie Hersteller, Modell
  • Social Media Daten inkl. Nachrichten, Beiträge und Kommentare
  • Benutzerinformationen durch Drittanbieter

Wozu diese Sammelwut?

Die wichtigste Regel lautet: Nicht ist gratis! Entweder bezahlt man mit Geld oder seinen Daten. Oft sogar beides. Während viele nicht bereit sind, auch nur 5 Euro für gute Software auszugeben, ist man bei den persönlichen Daten nicht so strikt.

Was genau Samsung mit den erhaltenen Daten anstellt, erfährt man nicht. Das gilt natürlich auch für andere Firmen. Die Formulierungen in den Datenschutzerklärungen und AGBs sind zumeist sehr breit und vor allem geschickt formuliert. Fast immer liest man aber „zur Verbesserung unserer Dienste“ oder „zur Optimierung der Nutzererfahrung“. Hach ist es nicht toll, wie sich die Konzerne um uns sorgen?

Grundsätzlich kann man festhalten, dass Konzerne natürlich auf Gewinn aus sind. Und Daten sind ein wichtiges Kapital geworden.

Unsere Konsequenz

Auch wir haben früher Fitness-Apps genutzt. Doch seit wir uns genau durchlesen, welchen Bedingungen man zustimmen muss, verzichten wir komplett darauf. Als weitere Konsequenz werden wir auch beim Kauf von Geräten verstärkt darauf achten, ob Daten gesammelt und weitergegeben werden.

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