Es geht so schnell. Eine Schraube liegt auf der Straße, man fährt darüber ohne es bemerkt zu haben und schon ist der Reifen beschädigt. Manchmal merkt man es erst Wochen später, weil der Reifen nur langsam Luft verliert. So oder so, es wird nicht gerade billig.

Ein neuer Reifen kann ganz schön ins Geld gehen. Da ist eine Reparatur schon deutlich günstiger. Trotzdem muss man je nach Werkstatt mit Kosten von bis zu 50 Euro rechnen. Da stellt sich natürlich die Frage: Kann man das nicht auch selber machen? Man kann! Zumindest unter bestimmten Umständen.

Auf den Schaden kommt es an

Reifen die an den Wänden beschädigt sind, sollte man schnellstmöglich wechseln. Eine Reparatur ist zu gefährlich. Auch wenn der Gummi Risse aufweist, wie unten am Foto zu sehen, sollte man sie möglichst bald wechseln.

Foto: MSK News

Am besten für eine Reparatur eignen sich schlauchlose Reifen mit Löchern durch Schrauben oder Nägel. Hierfür gibt es hauptsächlich 2 Methoden die beide recht schnell und einfach funktionieren.

Reifen-Dichtmittel

Eine, zumindest theoretisch, gute Sache sind Reparatursets wie man sie häufig anstatt eines Reserverades in Autos vorfindet. Ein kleiner 12V Kompressor und eine Kartusche mit dem Dichtmittel, mehr braucht man für die Reparatur nicht.

Tatsächlich hat das Dichtmittel einige Vorteile. Es lässt sich schnell und sauber anwenden, benötigt im Fahrzeug nur wenig Platz und ist relativ günstig. Man stellt sein Fahrzeug ab, steckt den Kompressor an die 12V Steckdose und den Reifen an, setzt die Kartusche nach Anleitung ein und füllt das Dichtmittel in den Reifen. Die Geräte der verschiedenen Hersteller sind alle recht ähnlich, die Handhabung ist kinderleicht.

Nach dem Einfüllen pumpt man den Reifen noch auf und es kann weiter gehen.
Allerdings gibt es auch Nachteile. Die Reparatur ist nämlich keine Dauerlösung sondern lediglich eine kurzfristige Hilfe. Der Reifen muss danach schnellstmöglich gewechselt werden.

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Eine dauerhafte Reparatur ist nach der Nutzung des Dichtmittels z.B. in Deutschland sogar verboten. Auch die Werkstatt hat mit dem Dichtmittel keine große Freude. Im inneren des Reifens bleibt es nämlich flüssig und sorgt beim abnehmen des Gummis von der Felge oft für eine große Sauerei. Reifen und Felge müssen dann auch noch gereinigt werden, was oft zusätzliche Kosten verursacht.

Reifen-Reparaturset

Eine, unserer Erfahrung nach, günstige und dauerhafte Lösung bietet ein Reifen-Reparaturset. Auch hier gibt es verschiedene Anbieter. Vereinfacht gesagt wird damit das Loch gestopft. Wir selbst nutzen dafür dieses Set.

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Die Reparatur ist ein bisschen zeitaufwendiger und erfordert auch etwas Kraft. Für uns ist es dennoch die beste Lösung, wenn man das Geld für einen neuen Reifen nicht investieren möchte. Bisher haben wir die Methode bei Reifen von Schubkarren, Quads und PKWs erfolgreich angewandt.

Im folgenden zeige ich die Anwendung anhand des Sets das wir selbst benutzen:

Zuerst entfernt man mit der Zange oder einem anderen Werkzeug den Fremdkörper. Dabei darauf achten, dass man nicht noch mehr Schaden anrichtet.

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Dann nutzt man das Spiralreibwerkzeug um das Loch zu vergrößern. Dazu steckt man das Werkzeug mit drehenden Bewegungen in das vorhandene Loch und zieht es immer wieder heraus. Das macht man so lange, bis sich das Werkzeug relativ einfach bewegen lässt.

Wichtig: In manchen Anleitungen sieht man, wie Anwender das vorhandene Loch mit Akkuschrauber und Bohrer bearbeiten. Davon rate ich dringend ab, da man so den Reifenaufbau stark beschädigen kann!

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Als nächstes steckt man einen Vulkanisierstreifen mittig in das mitgelieferte Stopfwerkzeug und trägt etwas von dem Schmiermittel auf Werkzeug und Streifen auf.

Tipp: Einige Sets enthalten eine Vulkanisierflüssigkeit welche auch separat erhältlich ist. Diesen Kleber trägt man, sofern vorhanden, statt des Schmiermittels auf den Streifen auf. Dies soll für eine noch sicherere Abdichtung der Reparaturstelle sorgen.

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Das Werkzeug wird dann soweit in das Loch gesteckt, dass der Streifen noch etwa 1,5cm aus dem Loch ragt.

Jetzt die runde Plattform des Werkzeugs auf den Reifen drücken und das Werkzeug schnell und fest herausziehen.

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Hat man alles richtig gemacht, sollte es in etwas so aussehen:

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Die überstehenden Enden des Streifens können ganz einfach mit einem Tapetenmesser abgeschnitten werden. Die Klinge dabei flach über den Gummi führen, damit der Reifen nicht beschädigt wird.

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Nun nur noch 2-3 Minuten warten und den Reifen mit einem Kompressor aufpumpen. Zur Sicherheit kontrollieren wir den Reifendruck in den ersten Tagen 1x täglich.

Die Reparatur funktioniert nach meiner Erfahrung bei Löchern bis ca. 6mm Durchmesser in den allermeisten Fällen sehr gut.
Entgegen einiger Anleitungen nutze ich jedoch keine Vulkanisierflüssigkeit und schneide die überstehenden Enden des Streifens erst nach dem vollständigen Aufpumpen ab.

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