Am 29. Jänner 2021, um 07:48 Uhr ereignete sich in Langenzersdorf, Schulgasse 2, Bezirk Korneuburg, eine Explosion in dem dortigen Mehrparteienwohnhaus.
Durch die enorme Wucht der Detonation und des damit verbundenen „Wegschleuderns“ von massiven Betonteilen der Wände bzw. Decken wurden umliegende Häuser der Schulstraße sowie mehrere Fahrzeuge, welche auf der Schulstraße geparkt gewesen waren, erheblich beschädigt.

Neben den erforderlichen Löschmaßnahmen führten die Feuerwehr- und Polizeikräfte Evakuierungsmaßnahmen der betroffenen Mieter in dem Mehrparteienwohnhaus durch.

Die Amtshandlung wurde in weiterer Folge vom Landeskriminalamt NÖ, Ermittlungsbereich Brand- und Explosionsdelikte, übernommen.

Im gemeinsamen Zusammenwirken mit den örtlichen Polizeikräften sowie dem Rettungsdienst konnten sämtliche Bewohner der Mehrparteienwohnhausanlage – bis auf einen Bewohner – ausgeforscht und erreicht werden. Es bestand somit der begründete Verdacht, dass sich dieser noch im Gebäude bzw. unter den Trümmerteilen befinden musste. Eine Handypeilung ergab, dass das Mobiltelefon dieser Person zum tatkritischen Zeitpunkt im Bereich seiner Wohnadresse eingeloggt war.

Aufgrund des desolaten bzw. instabilen Zustandes der betroffenen Stiege des Mehrparteienhauses war eine Brandplatzuntersuchung vorerst nicht möglich. Nach Rücksprache mit der Gebäudeverwaltung bzw. der Versicherung wurde ein Bagger zum Ereignisort hinzugezogen, damit dieser durch vorsichtiges Abheben der losen Betonteile eine Zutrittssicherheit schaffen konnte. Im Zuge dieser Arbeiten wurde im Küchenbereich einer Wohnung gegen 18:00 Uhr ein lebloser Körper aufgefunden. In weiterer Folge wurde von Kräften der Feuerwehr unter Sicherheitsvorkehrungen mithilfe der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr der leblose Körper geborgen. Vom intervenierenden Notarzt konnte nurmehr der der Tod festgestellt werden.

Aufgrund der Dunkelheit wurden die weiteren Abräumarbeiten durch den Bagger eingestellt. Diese wurden am 30. Jänner 2021 ab 09:00 Uhr wieder fortgesetzt. Nachdem ein soweit gefahrloses Betreten des unmittelbaren Explosionsortes möglich war, wurden Sachverständige des Bundeskriminalamtes, Kriminaltechnik, mittels Drehleiter in den Explosionsbereich gebracht. Dabei wurde von den Sachverständigen folgendes festgestellt:

Nach gründlicher Sichtung des Brandschuttes in der Küche der obersten Wohnung, konnte die dort etablierte Gastherme aufgefunden werden. Bei der genauen Untersuchung konnte beim Gasanschluss der Therme, welcher die Gastherme mit der Gasleitung verbindet, die gelockerte Anschlussmutter vorgefunden werden. Es ist eindeutig zu erkennen, dass die Anschlussmutter beabsichtigt abgeschraubt wurde, um Gas ausströmen zu lassen.

Weitere Ermittlungen im Hinblick auf den Verursacher und Klärung des Ablaufes während der Explosion sind im Gange.

Da die Identität der getöteten Person bislang nicht geklärt ist, ordnete die Staatsanwaltschaft Korneuburg die Obduktion der Leiche und zugleich eine Identitätsfeststellung an.

Durch das Explosionsgeschehen wurde somit eine Person getötet und sechs weitere Personen verletzt, wobei eine Verletzung als schwer einzustufen ist.