Hat das Pharmaunternehmen AstraZeneca gegen Vertragsvereinbarungen mit der EU verstoßen oder nicht? Seit Tagen beherrscht das Thema die Nachrichten beinahe mehr als Corona selbst.

Der Hersteller ist der Meinung, man hätte nichts falsch gemacht. Die EU habe einfach zu spät bestellt, man hätte auch gar keine genauen Liefermengen zugesagt. AstraZeneca hätte immer nur zugesagt, sich zu bemühen möglichst viel zu liefern, aber keine konkreten Zahlen genannt.
Ganz anders sieht das die EU-Kommission. Es gäbe klare Liefervereinbarungen, auch was die Menge an Impfstoff angeht, dass würde aus dem Vertrag hervorgehen. Da fragt man sich als interessierter Bürger natürlich, wie es sein kann, dass 2 Geschäftspartner so derart unterschiedliche Ansichten haben können. Immerhin geht es hier um lebenswichtigen Impfstoff und nicht um ein paar Vorhänge!

Ja was denn nun?

Um ihre Ansicht zu untermauern, hat die EU heute den Vertrag in Auszügen veröffentlicht. Somit sollte doch ein für alle Mal klar sein, was wirklich vereinbart wurde. Ja, sollte… So einfach ist es aber nicht!
Denn man hat sich mit AstraZeneca darauf geeinigt, bestimmte Informationen wie z.B. den Preis, zu schwärzen. Das natürlich nur um Geschäftsgeheimnisse zu wahren. Allerdings betrifft das auch die vereinbarte Liefermenge!

Screenshot: EU-Kommission / MSK News

Das Dokument ist als PDF für jeden frei einsehbar. Zumindest die Teile, die uns wohl alle am wenigsten interessieren. Was der gute Stoff kostet und wie viel tatsächlich bestellt wurde bzw. wie viel in welchem Zeitraum geliefert werden soll, geht uns offensichtlich nichts an.

Die EU steht generell nicht unbedingt für Transparenz, dass ist nichts neues. Einen geschwärzten Vertrag als Beweis vorzulegen ist allerdings lächerlich!