Es klingt nach Science Fiction oder dem feuchten Traum eines Überwachungsstaats. Doch es ist bittere Realität. Die EU hat beschlossen, bestimmte Sicherheitssysteme für alle neuen Fahrzeugtypen ab Mitte 2022 vorzuschreiben.

Rund 30 (!) sogenannte Fahrhilfen sind geplant. Big Brother is watching you!

Systeme

Was nun alles genau verbaut werden soll ist weiterhin unklar. Trotz großer Bemühungen konnten wir bisher keine vertrauenswürdige, frei zugängliche Aufstellung finden. Hier jedoch ein Auszug aus den bereits durchgesickerten Systemen:

Alko-Lock

Eine Wegfahrsperre die alkoholisierte Fahrer bereits vor Fahrantritt stoppen soll. Wie genau das realisiert werden soll, ist unbekannt. Es dürfte nicht lange dauern, bis jemand einen Weg gefunden hat, diese Sperre zu umgehen.

Geschwindigkeitsbegrenzer

Digitale Straßenkarten mit hinterlegten Geschwindigkeitsbegrenzungen und/oder eine Verkehrszeichenerkennung sollen das Fahrzeug im Falle einer Überschreitung der erlaubten Geschwindigkeit abbremsen. Möglich macht dies das ISA-System ( Intelligent Speed Adaption ).

Angeblich wird man das System kurzzeitig deaktivieren können um z.B. das Überholen zu ermöglichen. Vor allem stellt sich aber die Frage, wie exakt das System sein wird. Unser Nissan Juke (Modell 2020) z.B. blendet die erlaubte Geschwindigkeit im Display ein, liegt aber häufig daneben!

Unfalldatenspeicher (Black Box)

Ein Speicher, der nach einem Unfall ausgewertet werden kann. Die Blackbox zeichnet verschiedene Daten wie z.B. Geschwindigkeit, Status der Fahrassistenzsysteme usw. auf.

Wo ist das Problem?

Wie technisch ausgereift die verbauten Systeme sein werden, ist noch völlig unklar. Probleme sind in jedem Fall vorprogrammiert. Ein Auto das nicht anspringt, weil es glaubt, eine Alkoholisierung erkannt zu haben. Fahrzeuge die auf der Landstraße mit 50 km/h herumkurven und damit andere behindern, die so ein System noch nicht verbaut haben, weil falsche Daten hinterlegt sind. Lästige und teure Reparaturen… Fehlerquellen wird es genügend geben!

Die Assistenzsysteme sind insgesamt nicht gerade günstig, den Preis dafür zahlen natürlich wir Kunden. Zwangsweise, denn Wahl hat man keine!
Und nach Ablauf der Gewährleistung, können die Kosten weiter steigen.

Wie genau der Alkolock arbeiten soll, ist nicht bekannt. Es stellt sich jedoch bereits jetzt die Frage, wie das umgehen der Sperre verhindert werden soll. Noch ist auch nicht bekannt, wer auf die gesammelten Daten zugreifen kann und wie diese verarbeitet werden. Ist das auslesen kabellos möglich, ist das eine Einladung für Hacker.

Auch juristisch ist das ganze sehr fragwürdig. Laut geltendem Recht muss sich kein Beschuldigter selbst einer Straftat bezichtigen und hat das Recht zu schweigen. Würde ein mit entsprechenden Systemen ausgestattetes Fahrzeug jedoch als Beweismittel beschlagnahmt, könnte dieses Recht unterlaufen werden. Und wer würde im Falle fehlerhafter Daten oder gar eines Fehlurteils haften?

Unsere Meinung

Grundsätzlich sind unterstützende Systeme die die Verkehrssicherheit erhöhen, zu befürworten. So freuen wir uns z.B. über den Notbremsassistenten unseres Nissan Navara, der uns bereits vor einem Unfall bewahrt hat.

Auch Spurhalte-Assistenten, Notbremslicht usw. sind sinnvolle Dinge!
Es darf jedoch nicht in eine unkontrollierte Überwachung und Bevormundung der Autofahrer ausarten!