Um das Thema Zivildiener bzw. ehemalige Zivildiener und Waffenbesitz ranken sich viele Mythen und Halbwahrheiten. Immerhin geht man doch zum Zivildienst weil man Waffen ablehnt. Oder nicht?

Es mag für manche Menschen schwer vorstellbar sein, aber man kann durchaus gerne mit Waffen hantieren und trotzdem nicht auf Menschen schießen wollen! Das klingt provokant? Ist es irgendwie auch, es ist aber auch genau das was man als ehemaliger Zivildiener ständig anderen Menschen erklären muss, wenn man Waffen besitzt. Schauen wir uns die Fakten an:

Zivildiener müssen folgende Erklärung abgeben:

Ich erkläre hiermit ausdrücklich, dass ich die Wehrpflicht nicht erfüllen kann, weil ich es von den Fällen der persönlichen Notwehr oder Nothilfe abgesehen aus Gewissensgründen ablehne, Waffengewalt gegen Menschen anzuwenden und daher bei der Leistung des Wehrdienstes in Gewissensnot geraten würde. Ich will deshalb Zivildienst leisten.

Alleine daraus geht schon hervor, dass man nicht angibt Waffen abzulehnen sondern den Einsatz von Waffengewalt.

In der Erklärung des Zivildienstantrags heißt es dann:

Mit Eintritt der Zivildienstpflicht ist Ihnen für die Dauer von 15 Jahren der Erwerb und Besitz von verbotenen Waffen, Kriegsmaterial und genehmigungspflichtigen Schusswaffen sowie das Führen von Schusswaffen untersagt. Für die Jagdaus-übung, für Angehörige traditioneller Schützenvereinigungen sowie für Sportschützen können jedoch auf Antrag (siehe www.zivildienst.gv.at) in begründeten Fällen Ausnahmen von diesem Waffenverbot erteilt werden. (§ 5 Abs. 5 ZDG).

Falschaussagen:

Immer wieder werden in Bezug auf Zivildienst und Waffenbesitz sowie WBK, eklatante Falschaussagen und Halbwahrheiten verbreitet. Mit einigen hiervon werden wir an dieser Stelle aufräumen!

Für ehemalige Zivildiener ist der Ablauf des Waffenverbots wichtig. Dieses dauert 15 Jahre und beginnt mit „Feststellung der Zivildienstpflicht“.
Oft bekommt man falsche Auskünfte wie z.B. das Waffenverbot beginnt mit Anfang oder Ende des Zivildienstes.

In meinem Fall war die Feststellung der Zivildienstpflicht 1998, zum Zivildienst angetreten bin ich jedoch erst 2000. Somit begann das Waffenverbot im Jahr 1998 und nicht erst 2000.
Wer seinen Bescheid nicht mehr aufliegen hat, kann diesen übrigens bei der Zivildienstservicestelle in Wien problemlos und gratis anfordern.

• Zivildiener haben ein dauerhaftes Waffenverbot

Falsch! Vor der Zivildienstgesetz-Novelle 2010 bestand gegen Zivildiener generell ein 15jähriges Waffenverbot. Seit der Novelle kann jedoch in begründeten Fällen von der zuständigen Sicherheitsdirektion eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden. Dadurch kann das Waffenverbot verkürzt oder aufgehoben werden. Ein dauerhaftes Waffenverbot hat es nie gegeben.

Zivildiener dürfen keine Waffen besitzen

Falsch! Das Verbot gilt nur für genehmigungspflichtige Waffen sowie das führen von Schusswaffen. Genehmigungsfreie Waffen wie z.B. Gewehre, Schrotflinten, CO2-Waffen, Luftdruckgewehre usw. sind hiervon nicht betroffen!

• Zivildiener können keine Polizisten werden

Falsch! Durch die Zivildienstgesetz-Novelle 2010 ist nun z.B. auch der Polizeidienst für Zivildiener möglich.

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