Ein Jahr ist es nun her, dass wir zum ersten Mal von Corona hörten. Damals war noch von einer rätselhaften Lungenkrankheit die Rede und von 30 Erkrankten. Schon bald machten sich Forscher der ganzen Welt auf die Suche nach einem Heilmittel und versuchten, eine Impfung zu entwickeln.

Letzteres ist in erstaunlich kurzer Zeit gelungen. Mehrere Pharmafirmen präsentierten bereits ihre Impfstoffe. In Deutschland, Italien, Österreich wurde bereits mit den Impfungen begonnen. Die Begeisterung war groß. Politiker ließen sich mit Ampullen ablichten und grinsten freudig in die Kameras. Bundeskanzler Kurz sprach sogar schon vom Sieg über die Pandemie. Dabei laufen die Impfungen bisher alles andere als glatt.

Holpriger Start

Was für eine Überraschung, nicht 1 Land, nein viele Länder wollen möglichst schnell an Impfstoffe kommen. Wer hätte das gedacht? Doch so einfach ist die massenweise Herstellung nun mal nicht, die Folge sind Engpässe und Diskussionen, wer als erster geimpft werden soll.

Auch wird darüber nachgedacht, die Impfdosen zu halbieren. Normalerweise werden 2 Impfungen im Abstand von etwa 3 Wochen verabreicht. Da jedoch bereits nach der ersten Dosis ein guter Schutz besteht wird überlegt, vorerst möglichst viele Personen wenigstens einmal zu impfen. Es ist aber noch unklar, wie weit man die 2. Dosis nach hinten verschieben kann. Doch erst muss der Impfstoff überhaupt einmal eintreffen. Einmal werden geplante Lieferungen verschoben, dann doch wieder bestätigt und zwischendurch gibt es widersprüchliche Meldungen.

Außerdem muss der Impfstoff von Biontech, bei -70°C gelagert werden. Der Versand erfolgt in speziellen Transportboxen, dennoch kam es in Deutschland zu einer Panne. Es kamen Zweifel an der Einhaltung der Kühlkette auf weshalb der Impfstart verschoben wurde. Erst nach Überprüfung durch den Hersteller konnte endlich begonnen werden.

Als dann gestern auch noch ein Todesfall in der Schweiz, eingetreten einige Tage nach der Impfung, bekannt wurde, rief das einmal mehr Impfgegner auf den Plan. Mittlerweile wurde mitgeteilt, der Todesfall des 91jährigen Mannes der unter schweren Vorerkrankungen litt, stünde in keinem Zusammenhang mit der erhaltenen Impfung, viele kann das aber nicht so recht beruhigen.

Realistisch betrachtet kann man fast sicher von einem Zufall ausgehen. Genau so gut könnte man zehntausenden Menschen Traubenzucker geben und bei einem einzelnen Todesfall den Traubenzucker dafür verantwortlich machen.

5fache Dosis

Bereits einige Tage zuvor kam es zu einer Impfpanne in Deutschland. Mehreren Mitarbeitern eines Pflegeheimes in Stralsund wurde irrtümlich die 5fache Dosis des Impfstoffes gespritzt worden.

Bei der Aufbereitung – der Biontech Impfstoff muss vor Ort noch verdünnt werden – wurde die Produktinformation nicht beachtet. Der Hersteller bemühte sich sofort um Beruhigung, in der Testphase wären auch größere Dosen gespritzt worden, mit schwerwiegenden Folgen sei nicht zu rechnen. Das kann durchaus stimmen, erhöht das Vertrauen in die Impfungen aber sicher nicht!

Aufgrund dieses Vorfalls gibt es aber auch noch Diskussionen die in eine andere Richtung gehen. Aus den Biontech Ampullen sollen 5 Dosen entnommen werden. Jedoch könne man bei korrekter Vorgehensweise noch eine 6. Dosis entnehmen. Hierfür sollen jedoch spezielle Spritzen und Nadeln erforderlich sein. Ob diese einfacher zu beschaffen sind als der Impfstoff selbst, ist eine andere Frage.

In Dänemark werden aus einer Ampulle sogar 7 Dosen entnommen. Da soll sich noch jemand auskennen…