Was wäre die Welt ohne Fotos? Ob niedliche Katzenbilder, tolle Urlaubserinnerungen oder das neue Auto, fotografiert wird so ziemlich alles. Besondere Aufmerksamkeit bekommen aber natürlich Aufnahmen die über die Presse verteilt werden.

Könnten Sie sagen, welches Foto echt ist? Vielleicht haben wir den Hubschrauber gelöscht. Vielleicht aber auch absichtlich hinzugefügt.

Ein dramatisches Foto, eine reißerische Überschrift und ein bisschen Text. Fertig ist der Artikel. Mit etwas Glück wird dieser auch noch häufig angeklickt und geteilt. Das verschafft entsprechend Reichweite und Reichweite ist bares Geld.

Ganz ehrlich, wie oft haben Sie schon ein Foto einer Nachrichtenmeldung hinterfragt? Klar, Meldungen werden immer wieder heiß diskutiert, es könnte ja auch eine Falschmeldung sein. Aber mit dem passenden Foto wirkt doch alles gleich viel authentischer. Und genau hier lauert die perfide Falle.

Bei den hunderten oder gar tausenden Nachrichten die täglich auf uns einprasseln, kann man sich unmöglich vom Wahrheitsgehalt einer jeden einzelnen Meldung überzeugen. Das gilt auch für uns als Medienseite, weshalb wir auf vertrauenswürdige Quellen zurückgreifen. Außerdem überprüfen wir Meldungen so weit als möglich selbst und fahren schon mal einige hundert Kilometer um uns Dinge selber anzusehen.

Geld und Ansehen

Es gibt verschiedene Gründe warum Aufnahmen manipuliert oder wir durch Aufnahmen manipuliert werden. Fast immer stecken aber der Drang nach Geld und Ansehen dahinter.

Betrüger die „Spenden“ sammeln nutzen gerne die Fotos trauriger Kinderaugen. Da schmilzt Omas Herz wie Butter in der Sonne… und nebenbei geht die Geldtasche auf.

Tierschutz zieht auch immer. Einem verdreckten, arm dreinblickenden Hund muss man einfach helfen. Das Geld wandert allerdings oftmals zu 100% in die Taschen der Sammler.

Foto: MSK News

Das Foto oben zeigt übrigens unsere Weimaraner-Hündin. Den „ärmster Hund der Welt“ Blick kann sie heute, 7 Jahre später, noch immer perfekt!

Manche Fotografen wollen aber auch einfach nur berühmt werden. Einmal das eigene Foto in einer großen Zeitung abgedruckt sehen… hach das wärs. Ein Fotostudio, 2-3 Darsteller sowie etwas Geld für die Kulissen. Und schon mutiert das kleine Muttersöhnchen zum heldenhaften Kriegsberichterstatter.

Manipulation durch Fotos

Am besten funktionieren Bilder die Emotionen erzeugen. Sei es nun Wut, Traurigkeit oder Glück. Hauptsache das Foto bewegt. Natürlich gilt das nicht nur für Fotos, auch Videos werden gezielt eingesetzt.

Kurz vor Weihnachten sieht man vermehrt Werbespots mit einsamen alten Menschen, Spendenaufrufe zeigen traurig schauende Kinder. Wenn gar nichts mehr hilft, werden Welpen ausgepackt. Ohhhhhh ist der süüüß!!!

Manipuliert werden wir auch durch perfekt inszenierte oder nachträglich bearbeitete Fotos. Kriegsfotos die in Wahrheit im Studio aufgenommen wurden und ins Bild retouchierte Gegenstände sind gar nicht so selten. Oft wird auch nur der Bildausschnitt perfekt gewählt um einen anderen Eindruck zu erzeugen. Manche Aufnahmen entstehen sogar zu 100% am Computer!

Manipulierte Bilder sind nicht grundsätzlich verwerflich, so lange man offen und ehrlich angibt, wie eine Aufnahme entstanden ist. Gerade daran scheitert es in der Praxis aber natürlich!