Immer öfter holt man sich selbst den Spion ins Haus, denn sogenannte „smarte Geräte“ werden immer beliebter.
Doch selbst wenn man derartige Geräte nicht kauft, wird man für Behörden und Konzerne immer transparenter. Kaum etwas bleibt privat.

Sollten Sie an dieser Stelle denken „mir egal, ich habe doch nichts zu verbergen“, dann schicken Sie uns doch bitte eine Email mit Ihrem letzten Lohnzettel. Sie haben doch nichts zu verbergen!

Wer hat Interesse an Daten?

Vor allem Konzerne! Handelsunternehmen ebenso wie Internetfirmen. Allerdings auch reine Datenhändler. Diese verkaufen die gesammelten Daten im Paket an andere Firmen weiter. Und selbst die österreichische Post macht fleißig mit. Denn Daten sind bares Geld!

Doch auch Behörden sind an unseren Daten interessiert. Natürlich alles nur zu unserem Besten, niemand hat die Absicht solche Daten anderweitig zu nutzen…

Welche Daten sind wertvoll?

Potentiell alle! Denn es kommt immer darauf an, was man mit den Daten bezweckt. Im Zweifel wird erst gesammelt und dann geschaut, was man davon nutzen kann. So entstehen unglaublich große Datenmengen aus allen Lebensbereichen.

Konzerne interessiert natürlich vor allem Ihr Einkaufsverhalten. Wo kauft man wann welche Produkte und wie oft. Kauft man lieber online oder klassisch im Markt um die Ecke. Landen eher Babyartikel oder Werkzeuge im Warenkorb. Das und noch viel mehr wird analysiert, um z.B. personalisierte Werbung anzuzeigen.

Den Staat wiederum interessiert so ziemlich alles. Zwar weiß er bereits eine Menge über jeden Bürger, doch das reicht ihm nicht. Was ihm bereits bekannt ist?

  • Geburtsdatum und Ort
  • Name
  • Wohnadresse
  • Aussehen (z.B. Ausweisfoto)
  • Biometrische Daten (Fingerabdruck usw.)
  • Familienstand und Verwandte
  • Arbeitgeber
  • Höhe des Einkommens
  • Kontodaten
  • Steuer- und Sozialversicherungsnummer
  • Angemeldete Fahrzeuge
  • Berechtigungen (Führerschein, Waffenbesitz usw.)
  • Vergehen und Vorstrafen
  • uvm.

Viel wertvoller sind jedoch folgende Daten:

  • Konto Ein- und Ausgänge
  • Kommunikationsdaten
  • Bewegungsdaten

Doch wie kommt man überhaupt an solche Details?

Wie werden Daten gesammelt?

Konzerne haben im Grunde 3 einfache Möglichkeiten, an Datensätze zu kommen.
Da wäre zuerst einmal die Tatsache, dass viele Personen diese Daten freiwillig herausgeben. Sei es für Gewinnspiele, Rabattaktionen oder Kundenkarten.

Natürlich lassen sich solche Datensätze auch kaufen. Adressen bekommt man ganz einfach über die österreichische Post, wie unser Link beweist.
Wie viele legale und illegale Datenhändler es wirklich gibt, kann niemand beziffern!

Auch Apps, sowohl am Computer als auch am Smartphone, senden viele Informationen an die Entwickler. Die meisten denken beim erteilen der Berechtigungen gar nicht darüber nach, wozu eine Taschenlampen-App auf die Kontakte oder SMS zugreifen will.

Dazu kommen Geräte wie Fitness-Tracker, Sportuhren und smarte Geräte wie z.B. Lautsprecher.

Außerdem hinterlässt man auch im Internet Spuren, die nur noch gesammelt werden müssen. Über sogenannte Cookies, lässt sich unter anderem nachvollziehen, welche Webseiten und Werbeanzeigen man anschaut oder, wie man überhaupt auf eine Seite gekommen bist. Seitenbetreiber haben außerdem die Möglichkeit festzustellen, welches Betriebssystem bzw. welchen Browser man benutzt. Hier ein Beispiel:

Screenshot: https://www.zendas.de/service/browserdaten.html

Behörden haben ebenfalls 3 einfache Möglichkeiten, an die gewünschten Daten zu kommen. Zum einen sammeln sie bereits seit Ihrer Geburt unzählige Daten über Sie.

Zum anderen besorgen sie sich die Daten einfach von den Stellen, wo diese bereits gespeichert sind. Banken, Netzanbieter, Versicherungsanstalten usw. haben viele interessante Dinge über jedenKunden hinterlegt. Autobahnkameras und Co. tragen ebenfalls zur Datenflut bei.

Konkret heißt das, dass Emails, Anrufe, aufgerufene Webadressen, Chatnachrichten, abgeschlossene Verträge und sogar zurückgelegte Strecken zur Verfügung stehen um quasi jedes Leben zu durchforsten. Die Frage lautet also nur, was davon wird auch aktiv genutzt?

Die Sammelwut nimmt immer weiter zu, wie man an der SIM-Karten Registrierpflicht sieht. Und neue Gesetze die „der Sicherheit dienen“ stoßen kaum auf Widerstand bei der Bevölkerung. Sie sollen ja nur die „Bösen“ betreffen. Kennzeichen-Scanner, vernetzte Kameras und das speichern von Kommunikationsdaten sind schon lange kein Science Fiction mehr!

In Australien gibt es einen Gesetzentwurf, der noch weiter geht. Wer Pornos online sehen will, soll sich zuvor per Gesichtserkennung identifizieren müssen. Abgeglichen werden, sollen die biometrischen Daten mit einer Datenbank, die unter anderem sämtliche Führerscheinfotos enthält. Zugriff auf die Datenbank haben die australische Bundespolizei sowie Regierungsbehörden.

Soziale Netzwerke sind sowohl für Behörden als auch Konzerne von großem Interesse.
Dort findet man oft Informationen, die es an keiner anderen Stelle so frei zugänglich gibt. Der aktuelle Wohnort, besuchte Schulen und Veranstaltungen. Fotos von Familienmitgliedern und dem eigenen Zuhause. Genaue Angaben wann sich jemand in Urlaub befindet und wohin die Reise geht. Und das meistens auch noch brav unter dem echten Namen und für alle offen einsehbar. Big Brother sagt Danke!

Worin besteht die Gefahr?

Einzelne Daten sagen nicht viel über einen Menschen aus. Werden jedoch viele einzelne Daten mit einander verknüpft, entsteht ein recht exaktes Profil einer Person.
Wie dieses Profil genutzt oder missbraucht wird, entzieht sich unserer Kenntnis und Kontrolle.

Auch ist nicht auszuschließen, dass Unbefugte in Besitz sensibler Daten kommen und diese einsetzen um einer bestimmten Person zu schaden!
Ebenso könnten diese Daten manipuliert und/oder verbreitet werden.

Bei großen Datensammlungen von Behörden besteht außerdem die Gefahr, unschuldig in Verdacht zu geraten. Befindet man sich zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort (Verbrechen/Anschlag) landet man so schnell in einer Datenbank und erfährt es vielleicht noch nicht einmal.

Ein weiteres Problem sind falsche Daten. Oft lässt sich gar nicht nachvollziehen, wer was gespeichert oder geändert hat. So landet man vielleicht auf einer Liste von Rechts/Links-Radikalen oder bekommt Post vom Amt, ohne je etwas angestellt zu haben.

Alles nur Verschwörungstheorie? Leider nicht!

Wie schützt man sich?

Die Datensammlung ganz verhindern, kann man leider nicht. Man kann es den Konzernen aber zumindest sehr schwer machen und Informationen einschränken.

  • Verzichten Sie auf Kundenkarten und deren Apps
  • Erteilen Sie Apps nur die unbedingt nötigen Berechtigungen
  • Zahlen Sie mit Bargeld
  • Verwenden Sie keine persönlichen Daten für Gewinnspiele
  • Melden Sie sich mit unterschiedlichen Daten auf Portalen an
  • Löschen Sie Accounts die nicht mehr benutzt werden
  • Nutzen Sie auf Portalen vorhandene Privatsphären-Einstellungen

Beim surfen im Internet sollte man Browser Add-ons wie z.b. Disconnect oder Ghostery verwenden, die machen den Datensammlern das Leben schwer.
Hier ein Beispiel von https://www.n-tv.de/ . Durch die Add-ons sieht man, was im Hintergrund passiert, wenn man nur die Startseite des Nachrichtensenders aufruft.

Screenshot: Ghostery (Add-on)

Screenshot: Disconnect (Add-on)

Oder man nutzt gleich den Tor Browser. Der ist zwar nicht so komfortabel wie viele andere Internet-Browser, erhöht aber die Privatsphäre enorm.

Was Behörden angeht, ist die Sache leider nicht so einfach. Auf Gesetze und Zugriffsrechte hat man als einfacher Bürger keinen Einfluss.
Man sollte jedoch Diebstähle von KFZ-Kennzeichen usw. sofort melden, um nicht selbst in Verdacht zu geraten, falls diese missbräuchlich verwendet werden.

Generell kann man jedoch sagen, umso weniger Daten man produziert, desto weniger kann auch gegen einen benutzt werden.

In eigener Sache

Auch unsere Webseite setzt Cookies ein. Jedoch nur im notwendigen Ausmaß, damit Sie die Seite komfortabel nutzen können. Und es werden Verbindungen zu anderen Seiten aufgebaut. Dies ist notwendig um z.b. YouTube Videos, Google Maps usw. einbinden zu können.

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