Einzelhändler haben es wahrlich nicht einfach. Hohe Miet- sowie Personalkosten, Abgaben, Steuern und nun auch noch das Corona Virus. So mancher Händler musste in den letzten Monaten bereits das Handtuch werfen, wie viele noch folgen werden ist unklar. Die Lage ist gerade für kleine Händler schwierig bis aussichtslos.

So hart Covid-19 die Menschheit trifft, den Onlinehändlern beschert die aktuelle Situation massive Umsätze. Amazon und Co. kommen mit der Auslieferung kaum noch hinterher. Währenddessen sind die meisten Geschäfte in Österreich weiter geschlossen.

Auch wer an sich nicht gerne online bestellt, nutzt diese Möglichkeit mehr oder weniger freiwillig nun doch.
Uns geht es da nicht anders. Als eine Festplatte ausfiel, griffen wir wie üblich zum Handy, um zu erfragen, ob das Modell im Geschäft unserer Wahl vorrätig wäre. Eine Sekunde später war die aktuelle Ausnahmesituation wieder in unserem Kopf präsent. Aus dem Einkauf im Shop in der Nähe, wurde zwangsweise eine Bestellung bei Amazon.

Natürlich haben nicht alle Geschäfte geschlossen. Geöffnet haben weiterhin Apotheken, Drogeriemärkte und allen voran der Lebensmittelhandel. Das ist auch absolut wichtig, um die Versorgung der Bevölkerung mit den wichtigsten Dingen sicherzustellen. Für viele Menschen ist der Einkauf bei den bekannten Lebensmitteldiscountern auch ein (wichtiges) Stück normales Leben. So normal es halt laufen kann, wenn man am Eingang Schutzmasken anlegen muss und man anderen Personen möglichst nicht zu nahe kommt…

Während Gärtnereien, Baumärkte usw. geschlossen sind, werden Waren aus deren Sortiment bei den Discountern weiter verkauft. Blumenerde, Kleidung, Werkzeug… alles mögliche kann man problemlos bekommen. Natürlich mit stark eingeschränkter Auswahl, aber immerhin. Dabei ist noch gar nicht endgültig geklärt, ob dies überhaupt legal ist. Denn die aktuelle Verordnung in Österreich sieht nur die Grundversorgung vor. Andere Waren dürften gar nicht verkauft werden

Einerseits sollen nur wirklich notwendige Dinge verkauft werden dürfen, andererseits treten dadurch 2 Probleme auf.
Denn Unternehmen die aktuell geschlossen sind, bekommen die Fixkosten zu einem guten Teil ersetzt. Die offenen Geschäfte bekommen nichts, aber sollen ihr Sortiment einschränken, was viele wiederum unfair finden.
Außerdem ist die Linie zwischen notwendig bzw. alltäglicher Bedarf, oder eben nicht, nicht immer klar zu ziehen. Wer im Home Office dringend Ersatz für ein defektes Gerät benötigt, wird dies natürlich als notwendig erachten.

Hier prallen natürlich 3 Interessen aufeinander.

  1. Die Discounter und Lebensmittelgeschäfte wollen möglichst viel Geld verdienen
  2. Die anderen Händler finden das gar nicht toll
  3. Die Kunden wollen weiterhin ein möglichst großes Warenangebot

Und wieder freut sich der Onlinehandel. Denn der kann natürlich weiterhin alles verkaufen und entsprechend Umsatz machen. Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke, Spielzeug, Elektronikartikel usw. werden natürlich auch jetzt gekauft.

Die Gesetzgeber haben es mal wieder geschafft, unsere Wirtschaft weiter zu schwächen. Zumindest Teile davon. Denn so manche Entscheidung ist nur sehr schwer nachvollziehbar. Waffen, Munition und Tabak dürfen z.B. weiter verkauft werden. Oder noch unverständlicher: Frisörläden müssen schließen, mobile Frisöre die Hausbesuche machen, dürfen aber weiter arbeiten.

Unsere Nachfrage bei der WKO ergab übrigens, dass auch der Betrieb eines Verkaufsanhängers aktuell nicht erlaubt sein soll. Kunden dürfen sich also mit vielen anderen in Postämtern, Lebensmittel- und Tiergeschäften aufhalten. Aber so ein Verkauf im Freien, nein das geht natürlich nicht…

Foto: MSK News

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