Beweise, die für eine Amtsenthebung von Ex-Präsident Donald Trump sprachen, gab es viele. Am Ende übersteht er aber auch das zweite Impeachment-Verfahren. Doch der Lack ist ab, Freunde und ehemalige Unterstützer gehen deutlich auf Abstand.

10 Stimmen haben gefehlt, die nötige Zweidrittel-Mehrheit wurde also nicht erreicht. Somit kann Trump einen Erfolg verbuchen. Einen Erfolg, der bei näherer Betrachtung gar keiner ist! Denn das Abstimmungsverhalten war eindeutig politisch motiviert, um Beweise und Schuld ging es nur am Rande. Das zeigt alleine die Aussage von Republikaner Mitch McConnell, der Trump für “praktisch und moralisch verantwortlich“ hält, aber dennoch gegen die Amtsenthebung gestimmt hat.

Armutszeugnis für das Rechtssystem

Wenn der (ehemals) mächtigste Mann der Welt nur tatenlos zusieht, nicht einmal versucht den Sturm auf das Kapitol zu stoppen, ist das beschämend genug. Doch Trump tat noch viel mehr, er stachelte seine Anhänger regelrecht dazu auf. Er ist nach wie vor der Meinung, der Wahlsieg wäre ihm gestohlen worden. Diese Ansicht hat er seinen Wählern eingeimpft und sie zum Kampf aufgefordert. Seine Niederlage hat er bis heute nicht eingesehen.

Es wäre nur richtig und logisch, dass er dafür die Verantwortung übernimmt. Allerdings sprechen wir von Donald Trump, Sie wissen schon, dem Mann mit den alternativen Fakten…
In Kombination mit unmoralischem, um nicht zu sagen feigem, Abstimmungsverhalten seiner Partei, kommt er zumindest für den Moment halbwegs ungeschoren davon. Trump wird es sicher wieder so aussehen lassen, als wäre seine Unschuld hundertprozentig bewiesen worden, zu Selbstkritik ist diese Person nicht fähig.

Was bleibt ist ein faktisch demontierter Ex-Präsident und das fatale Signal, dass am Ende nur der kleine Mann auf der Straße bestraft wird. Damit haben sich die Verantwortlichen keinen Gefallen getan.

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